Nach Polizeiangaben starben durch die schwere Detonation in der Nacht zum Montag zwei Menschen, elf weitere wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Mindestens zwölf Geschäfte, Cafés und Restaurants in einem zweistöckigen Einkaufszentrum am Bill-Clinton-Boulevard sowie mehrere Autos wurden beschädigt. Die von Soldaten der NATO-geführten Kosovo-Truppe (KFOR) unterstützte Polizei sperrte dass Gebiet weiträumig ab und suchte am Vormittag nach möglichen weiteren Sprengsätzen.

Über die Ursache der Explosion lagen zunächst keine Angaben vor. „Wir wissen nicht, welche Art von Sprengstoff die Explosion auslöste und wer dahintersteckt“, sagte Polizeisprecher Veton Elshani. In einem Teil des Gebäudes, in dem sich die Explosion ereignete, befanden sich Büros des umstrittenen kosovo-albanischen Geschäftsmanns Enver Sekiraca.

Der Kosovo-Regierungssprecher Avni Arifi sagte, es gebe keinerlei Hinweis für einen Zusammenhang zwischen dem „kriminellen Akt“ und den derzeitigen Verhandlungen über die Zukunft der Region. Der Generalsekretär des Europarats, Terry Davis, nannte die Explosion „beunruhigend“ und äußerte die Hoffnung, dass kein „terroristischer Angriff“ dahinterstecke.

Das Kosovo gehört völkerrechtlich zu Serbien, steht aber seit dem Nato-Krieg gegen Jugoslawien im Jahr 1999 unter UN-Verwaltung. Die ethnischen Albaner machen mittlerweile weit mehr als 90 Prozent der Bevölkerung im Kosovo aus. Die serbische Regierung will statt einer kontrollierten Unabhängigkeit gemäß dem Plan des UN-Sonderbeauftragten für das Kosovo, Martti Ahtisaari, eine kontrollierte Autonomie für die Region erreichen. Vertreter der Kosovo-Albaner und der serbischen Regierung wollen am Freitag in New York zu einer neuen Runde der Verhandlungen über den künftigen Status der Provinz zusammenkommen.

Die Status-Verhandlungen finden unter der Schirmherrschaft einer Troika aus USA, Russland und Deutschland statt. Im Fall eines Scheiterns der Gespräche, deren Abschluss die europäische Union bis zum 10. Dezember wünscht, wollen die Kosovo-Albaner ihre Unabhängigkeit notfalls gegen den Widerstand aus Belgrad und Moskau ausrufen. Die EU ist über eine mögliche Anerkennung des Kosovo gespalten, während die US-Regierung sie befürwortet. Parlaments - und Kommunalwahlen im Kosovo sind für den 17. November angesetzt. Der Leiter der UN-Übergangsverwaltung für das Kosovo (UNMIK), der Deutsche Joachim Rücker, erklärte, der von ihm festgelegte Wahltermin könne bei einer instabilen Lage im Kosovo verschoben werden.