Der Anschlag geschah in der Nacht zum gestrigen Dienstag. Unbekannte attackierten die Erdgeschosswohnung im Leipziger Süden. Sie warfen zwei Fenster mit Steinen ein und verspritzten Buttersäure. Der 37-Jährige und seine Familie blieben zum Glück unverletzt. Zeugen hatten vermummte Männer beobachtet. Die Kriminalpolizei setzte Spürhunde ein. Das Operative Abwehrzentrum der Polizei hat die Ermittlungen übernommen.

Wer für den Anschlag verantwortlich ist, konnte gestern nur vermutet werden. Gemkow sprach von einem "Angriff auf den Rechtsstaat als Ganzes". Sachsens Grüne, Linke und SPD reagierten mit Entsetzen und Abscheu. "Dass solche Anfeindungen nun selbst bis in den Privatbereich und zu den Familien der Verantwortungsträger vordringen, zeigt die gesunkene Hemmschwelle der Kriminellen", sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU). "Wir werden all unsere rechtsstaatlichen Möglichkeiten entschlossen ausschöpfen, um diesen Gewaltakt zügig aufzuklären." Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sagte: "Diese Tat ist widerlich und auf das Schärfste zu verurteilen, sie ist nicht nur ein Angriff auf den Rechtsstaat, sondern auch eine Attacke auf die Privatsphäre des Ministers, auf seine Familie."

Die ist offenbar vor der Tat ausgespäht worden, hieß es aus Sicherheitskreisen. Zum Tatzeitpunkt, gegen 2.15 Uhr, hielt sich der Minister mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Kindern in der Wohnung auf. Die Tatmotive sind noch unklar. Nur so viel: Die Täter nahmen bewusst in Kauf, dass die Opfer Schaden nehmen.

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