Auf das Chemnitzer Kulturzentrum "Lokomov" ist in der Nacht zu gestern ein Sprengstoffanschlag verübt worden. Welche Art von Pyrotechnik benutzt wurde, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Auf Fotos im Internet ist allerdings gut erkennbar, mit welcher Wucht die Detonation erfolgte. Es ging nicht nur eine Scheibe zu Bruch, auch Teile des Fensterrahmens wurden zerstört. Verletzt wurde niemand. Eigentümer Lars Fassmann bezifferte den Schaden auf etwa 2500 Euro. Zugleich wertete er den Anschlag als Reaktion auf das, wofür das Zentrum steht und arbeitet. Momentan ist es an dem Chemnitzer Theaterprojekt "Unentdeckte Nachbarn" beteiligt, das sich mit dem "Nationalsozialistischen Untergrund" beschäftigt. Laut Fassmann reiht sich der Anschlag in eine ganze Serie von Vorfällen ein, bei denen die Scheiben eingeschmissen und die Fassade des Clubs mit Farbbeuteln beworfen wurden. Selbst große Pflastersteine seien schon durchs Fenster geflogen, obwohl sich in dem Gebäude Menschen aufhielten.

Inzwischen übernahm das Operative Abwehrzentrum der Polizei (OAZ) die Ermittlungen zum Anschlag auf das "Lokomov". Das bestätigte eine OAZ-Sprecherin in Leipzig.

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Zwei Bänke, die erst vor wenigen Tagen in Zwickau zum Gedenken an die Opfer des NSU-Terrors aufgestellt worden waren, sind gestohlen worden. Laut Polizei kamen die Holzbänke in der Nacht zu gestern weg. Zuvor waren sie schon mit Farbe beschmiert und das Holz beschädigt worden.