Der Staatsschutz ermittelt. Für die Polizei gibt es kaum Zweifel am rechtsextremen Hintergrund der Taten in dem beliebten Ausflugsort. Die Spuren der Brandanschläge auf das zweigeschossige Gasthofgebäude im Ortszentrum sind unübersehbar. Eine Anwohnerin zeigt sich entsetzt von den Anschlägen: "Wir waren alle froh, dass das lange leerstehende Gebäude endlich mal hergerichtet wurde", sagt sie und zeigt auf die in zartem Beige verputzte Unterkunft mit dem hellroten Ziegeldach. Ob es denn Vorbehalte im Ort gegenüber Flüchtlingen gibt? Die Mittvierzigerin schüttelt den Kopf: "Ganz im Gegenteil. Wir haben uns schon auf die Ankunft der Flüchtlinge gefreut. Wir haben uns darauf vorbereitet, sie willkommen zu heißen." Etwas ratlos zeigt sich auch Bürgermeister Volker Herzog (SPD). Er beteuert, dass es "keine rechten Umtriebe" in Vorra gebe - und verweist auf die große Offenheit vieler Bürger gegenüber den erwarteten Ausländern. Erst auf Nachfragen kommt das Gemeindeoberhaupt auf die "Clique" zu sprechen, die sich seit zwei oder drei Jahren in einem Wochenendhaus am Waldrand oberhalb von Vorra gelegentlich trifft und "dort ihre Lieder singt". Da es Hinweise gebe, dass sie dem rechtsextremen Spektrum angehöre, stehe die Gruppe seit längerer Zeit unter Beobachtung der Polizei, berichtet Herzog.