Die am Vortag in der Poststelle des Geldinstituts abgefangene Sendung an ihn hätte nach Angaben des Hessischen Landeskriminalamts (LKA) vom Donnerstag beim Öffnen erhebliche Verletzungen ausgelöst. LKA-Sprecher Udo Bühler nannte das Verhalten der Bankmitarbeiter, die auf den verdächtigen Brief aufmerksam gemacht hatten, vorbildlich. Letztlich hätten sie den Anschlag vereitelt.

Der Briefumschlag im Format C5 (entspricht in etwa DIN A5) war am Mittwochmittag in der Poststelle der Deutschen-Bank-Zentrale aufgefallen. Nach dem Röntgen hatte sich der Verdacht auf sprengstoffähnlichen Inhalt erhärtet. Die Mitarbeiter schalteten gegen 12 Uhr die Polizei ein. Diese entschärfte die Briefbombe zusammen mit Experten des Landeskriminalamts und brachte sie zur Untersuchung ins LKA nach Wiesbaden.

Zwar dauerte die chemische Untersuchung dort auch am Donnerstag noch an. Es gebe aber keinen Zweifel mehr daran, dass es sich um eine höchst gefährliche Briefbombe handelte, erklärte der LKA-Sprecher. Über die Zusammensetzung des darin enthaltenen Stoffes wollten er und die Frankfurter Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben machen. Auch Fragen über den Aufgabeort der Briefbombe wollte Bühler nicht beantworten. Er dementierte aber Angaben der New Yorker Polizei, als Absender sei die Europäische Zentralbank (EZB) angegeben gewesen. Die US-Polizei hatte am Morgen weit vor den deutschen Sicherheitsbehörden bereits von einem Anschlag und einer Briefbombe gesprochen.

Der LKA-Sprecher wies darauf hin, dass die Frankfurter Polizei vorsichtshalber auch andere Banken über die Briefbombe informiert habe, die an Ackermann persönlich adressiert war. Auch seien das Bundeskriminalamt und andere Stellen unterrichtet worden. Hinweise auf weitere Briefbomben würden geprüft.

Zu dem versuchten Briefbombenanschlag auf Ackermann bekannte sich am Abend nach Angaben des hessischen Landeskriminalamtes eine linksanarchistische Gruppe aus Italien. Bei der Spurensicherung sei ein verstecktes, gerolltes Bekennerschreiben der „FAI – Federazione Anarchica Informale“ entdeckt worden, teilte das LKA mit. Mit der Gruppe hatten Behörden in Deutschland und anderen Ländern Europas schon öfter zu tun. Möglicherweise sind noch weitere Briefbomben unterwegs. Die Bundesanwaltschaft prüft, den Fall zu übernehmen.

Die Untersuchungen der Briefbombe konzentrierten sich jetzt auf weitere Spuren. Dazu würden vor allem Mikro-, Faser und DNA-Spuren gesucht, sagte der LKA-Sprecher. Die Deutsche Bank hat unterdessen ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft und auch entsprechende Informationen an ausländische Niederlassungen geschickt, wie aus Sicherheitskreisen zu erfahren war.

Die Bewohner des Frankfurter Occupy-Camps vor der Europä ischen Zentralbank (EZB) distanzierten sich klar von dem geplanten Anschlag auf Ackermann. Sie hielten grundsätzlich nichts von gewalttätigen oder terroristischen Aktionen.