Die Zahl der politisch motivierten Anschläge etwa mit Farbbeuteln oder dem Beschmieren der Fassaden mit Parolen hat dieses Jahr in Brandenburg erheblich zugenommen. Waren es im gesamten vergangenen Jahr noch vier Anschläge, wurden von der Polizei allein im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits sechzehn Fälle registriert. Dies geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Landtagsabgeordneten Andrea Johlige hervor. In den meisten Fällen waren Partei- oder Abgeordnetenbüros der Linken das Ziel der Straftäter, in vier Fällen traf es Büros der SPD und dreimal Bürgerbüros der AfD.

Das Parteibüro der Linken in Nauen (Havelland), in dem Johlige auch ihr Wahlkreisbüro hat, wurde in diesem Jahr bereits fünfmal attackiert. Die Polizei konnte nach zwei Vorfällen mit Farbschmierereien im Sommer zwei Täter im Alter von 26 und 29 Jahren fassen. Die beiden Männer aus dem rechtsgerichteten politischen Umfeld seien auch für einen Angriff auf das Büro im März verantwortlich, heißt es in der Antwort. Damals hätten sie versucht, mit insgesamt 29 Hammerschlägen die gesicherten Fenster und Türen einzuschlagen. Mitte Juni wurden auch die Fensterscheiben des SPD-Büros in Nauen eingeworfen.

Die starke Zunahme von Anschlägen mache deutlich, dass die Hemmschwellen sinken, sagte Johlige. „Sie sollen diejenigen, die sich in Parteien engagieren, einschüchtern.“ Daher seien Anschläge auf Büros demokratischer Parteien immer direkte Angriffe auf die Demokratie. „Unser gemeinsames Ziel ist es, ein Klima von Toleranz und Weltoffenheit in Brandenburg zu schaffen, in dem es keinen Platz für Gewalt und Einschüchterung gibt“, sagte Johlige.