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| 10:47 Uhr

Anrainer des Kaspischen Meeres sperren die Nato aus

Astrachan. Die Nato hat künftig im Kaspischen Meer nichts zu suchen. Die Anrainer-Staaten, darunter Russland, wollen das öl- und gasreiche Binnenmeer ohne jedweden ausländischen Einfluss ausbeuten, wie sie am Montag wissen ließen. dpa/sm

Die fünf Anrainerstaaten des ölreichen Kaspischen Meeres haben sich unter Führung von Kremlchef Wladimir Putin auf eine engere Zusammenarbeit geeinigt. In der Küstenstadt Astrachan einigten sich die Präsidenten Russlands, des Irans und der früheren Sowjetrepubliken Aserbaidschan, Kasachstan und Turkmenistan erstmals auf eine politische Erklärung zur Kooperation der fünf Staaten.

Demnach sind dort künftig nur Kriegsschiffe der Anrainer erlaubt, die Nato muss geografisch wie auch politisch fernbleiben. "Das legt den Grundstein für ein historisches Dokument: die Konvention über den rechtlichen Status des Kaspischen Meeres", sagte Putin nach Angaben der Agentur Interfax am Montag. Die Konvention soll spätestens auf dem nächsten Kaspi-Gipfel in vier Jahren in Kasachstan verabschiedet werden.

Die Präsidenten legten in einem Memorandum auch eine Wirtschaftszone von 25 Seemeilen fest. Bis zu 15 Meilen von der Küste ist demnach die Förderung von Öl und Gas erlaubt, auf zehn weiteren der Fischfang.

Die Anrainer streiten seit Jahren über eine Aufteilung des Meeresbodens, in dem große Mengen an Öl und Gas lagern. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow sagte, dass die Gemeinschaft nach 18 Jahren angestrengter Arbeit vor einem Durchbruch stehe. Keine Einigung gebe es bei dem von Turkmenistan und Aserbaidschan geplanten Bau einer transkaspischen Pipeline, hieß es.

Damit könnte Gas erstmals unter Umgehung Russlands direkt nach Europa strömen. Russland will das verhindern, um seine Marktmacht nicht zu schwächen. Die EU dagegen unterstützt die Leitung, um unabhängiger von russischem Gas zu werden. Der turkmenische Präsident Gurbanguly Berdymuchamedow betonte, dass jedes Land das souveräne Recht zum Bau von Leitungen habe - unter Beachtung des Umweltschutzes.

Das wie eine Diktatur geführte Land will seine Energie künftig an die EU verkaufen. "Das Becken des Kaspischen Meeres entwickelt sich rasch zu einem der führenden internationalen Zentren für den Gewinn und den Transit von Öl und Gas", sagte Berdymuchamedow.