Wie der arabische Nachrichtensender El Dschasira berichtete, sagte Brahimi im Anschluss an das Treffen mit dem Großajatollah in Nadschaf, dass er die Notwendigkeit von Wahlen anerkenne, diese aber "unter den bestmöglichen Bedingungen" durchzuführen seien.
Der Gesandte von UN-Generalsekretär Kofi Annan hält sich seit fünf Tagen an der Spitze einer UN-Expertendelegation im Irak auf. Diese soll prüfen, ob sich allgemeine Wahlen im Irak noch vor der geplanten Machtübergabe an eine irakische Regierung am 1. Juli durchführen lassen. Diese Forderung erheben Groß-Ajatollah Sistani und andere schiitische Kleriker und Organisationen, die über entscheidenden Einfluss in der schiitischen Bevölkerungsmehrheit des Landes verfügen.
Brahimi sprach nach dem Treffen mit Sistani auch von einem für Wahlen unerlässlichen sicheren Umfeld. Der Irak erlebte an den zwei Tagen zuvor innerhalb von 24 Stunden eine der schlimmsten Anschlagsserien seit dem Beginn der US-Besatzung im April 2003. Dabei starben insgesamt rund 100 Menschen. Am Mittwochabend starben in Bagdad zwei US-Soldaten, als ihr Fahrzeug auf einer Patrouille über einen Sprengsatz fuhr, teilte das US-Militärkommando gestern in Bagdad mit. Nahe der Unruhestadt Ramadi wurden am Mittwochabend zwei irakische Polizisten getötet, als sie von Unbekannten an einem Kontrollpunkt angegriffen wurden. (dpa/kr)