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| 02:36 Uhr

Anklage zum "Eichwalde-Mord"

Eichwalde. Die Staatsanwaltschaft Cottbus hat im Fall einer getöteten Schülerin (14) aus Eichwalde (Dahme-Spreewald) Mordanklage gegen einen 20-Jährigen erhoben, der in der Nähe des Tatorts festgenommen worden war. Jan Siegel

Die Staatsanwaltschaft wirft Maurice M., der in einer nordrhein-westfälischen Kleinstadt aufwuchs, Mord und gefährliche Körperverletzung vor. Er soll die 14-jährige Alyssa aus Eichwalde im Jahr 2013 über ein Internetportal kennengelernt haben. Offenbar verband sie ihre Begeisterung für Mangas. Das sind japanische Zeichentrick-Geschichten, die sich vor allem unter Jugendlichen großer Beliebtheit erfreuen. Als der sechs Jahre ältere Internet-Verehrer aber im November vergangenen Jahres plötzlich leibhaftig in Eichwalde auftauchte, wurde es der Schülerin zu viel. Sie soll die Beziehung zu ihm beendet haben.

Damit wollte sich der Mann offenbar nicht abfinden. Er lauerte Alyssa in einem Wäldchen in der Nähe des Eichwalder S-Bahnhofes auf, als sie von der Schule nach Hauses ging. Allem Anschein nach kam es dort zunächst zu einem heftigen Wortgefecht zwischen beiden. Schließlich habe der verschmähte Verehrer Alyssa mit einer Flasche niedergeschlagen und sein Opfer danach mit "einer Vielzahl" von Messerstichen so schwer verletzt, dass das Mädchen am Tatort starb.

Ein Schulfreund von Alyssa, der ihr zur Hilfe kommen wollte, wurde ebenfalls durch einen Messerstich verletzt.

Der dringend tatverdächtige Maurice M., der unmittelbar nach der Tat in der Nähe des Tatorts auf den S-Bahn-Gleisen festgenommen worden war, sitzt seitdem in Untersuchungshaft und schweigt bisher beharrlich zu der Tat.

Das Landgericht Cottbus muss nun über die Eröffnung eines Hauptverfahrens entscheiden.