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| 02:35 Uhr

Anklage nach Mord in Hoyerswerda

Hoyerswerda. Die Staatsanwaltschaft Görlitz hat die Ermittlungen wegen Mordes gegen einen Mann aus Afghanistan abgeschlossen. Der 32-Jährige soll am 30. Rüdiger Hofmann

August vorigen Jahres im Asylbewerberheim in Hoyerswerda (Landkreis Bautzen) seine 25 Jahre alte Ehefrau mit einem Kissen erstickt haben. Vorausgegangen war der Tat offenbar ein heftiger Streit zwischen den beiden Eheleuten.

Nach der Tat war der 32-jährige Mann zunächst aus der Lausitz geflüchtet. Er wurde nach einer Odyssee zusammen mit den vier Kindern der Familie in Ungarn an der Grenze nach Serbien aufgegriffen und schließlich nach Sachsen ausgeliefert.

In Hoyerswerda hatten die Kinder der afghanischen Familie Schule und Kindereinrichtungen besucht. Sie lebten dort in dem vom Arbeiterwohlfahrt-Kreisverband Lausitz betriebenen Asylbewerberwohnheim an der Müntzerstraße mit derzeit noch knapp 340 Bewohnern.

Der nach Auffassung der Ermittler dringend tatverdächtige Mann bestreitet die Tat bisher.

Die Ermittler hatten aber herausgefunden, dass sich die junge Frau offenbar von ihrem Mann trennen wollte.

In der Anklageschrift gehen die Ermittler davon aus, dass diese angekündigte Trennung letztlich auch das Motiv für die mörderische Tat an diesem Morgen im August gewesen ist.

Jetzt hat die Schwurgerichtskammer des Landgerichtes Görlitz die Anklage wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen zugelassen.

Kann dem Beschuldigten im Gerichtsverfahren die Tat eindeutig nachgewiesen werden und bestätigen sich die Mordmerkmale des Tatherganges, droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Keine Angaben haben die Görlitzer Ermittler im Zusammenhang mit der Anklage zum Verbleib der vier Kinder der Familie gemacht.