Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte am Donnerstag, ein 1992 in Syrien geborener Selbstmordattentäter habe die Tat mit Unterstützung der "separatistischen Terrororganisation" PKK verübt. Nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wurden 14 Menschen in Verbindung mit dem Anschlag in der Hauptstadt festgenommen. YPG und PKK dementierten eine Beteiligung an der Tat, bei der der Attentäter mit einer Autobombe 28 Menschen mit in den Tod gerissen hatte. Die Gewalt im Kurdenkonflikt eskalierte unterdessen weiter.

Davutoglu kündigte Vergeltung für den Anschlag an. Zugleich erhob er schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Damaskus. "Die YPG ist eine Marionette des syrischen Regimes, und das syrische Regime ist direkt verantwortlich für diesen Anschlag. Wir behalten uns das Recht vor, jede Art von Maßnahme gegen das syrische Regime zu treffen." Nach dem Selbstmordattentat in Ankara wurden bei einem mutmaßlichen PKK-Bombenanschlag auf die Armee in der Südosttürkei sechs Soldaten getötet.

Das Auswärtige Amt in Berlin warnt unterdessen unverändert vor Reisen in bestimmte Landesteile. So heißt es auf der Internetseite der Behörde: "Reisenden in Istanbul und anderen Großstädten der Türkei wird dringend geraten, Menschenansammlungen auch auf öffentlichen Plätzen und vor touristischen Attraktionen zu meiden." Die Türkei zählte zuletzt zu den liebsten Urlaubszielen der Deutschen. Jährlich verbrachten bis zu 5 Millionen Deutsche dort ihre Ferien.

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