Da die Zahl der Parteimitglieder insgesamt abnimmt und damit auch das durch Beiträge eingenommene Geld knapper wird, wollen fast alle Parteien ihr Werben um neue Anhänger verstärken. Sie haben dabei vor allem junge Leute im Blick.

Junge Union hat Zulauf
Die CDU zählt nach den Worten von Landesgeschäftsführer Bernd Reisener rund 10 100 Mitglieder. Das sind etwa 200 weniger als Anfang des Jahres. Nach der Landtagswahl habe die Partei eine Mitgliederaktion gestartet. Sie setze bei der Werbung vor allem auf die Zusammenarbeit mit der Jungen Union, die Zulauf verzeichne und neue Kreisverbände gegründet habe. "Das ist ein hoffnungsvoller Prozess."
Bei der PDS wird die Mitgliederzahl nach der Bereinigung der Karteien im Zuge der Euro-Umstellung mit 8500 angegeben. Im vergangenen Jahr war noch von rund 10 000 die Rede. Wenn nicht mehr Menschen in die Partei einträten und Beitrag zahlten, werde die PDS 2003 sogar Mitarbeiter entlassen müssen, berichtete Landesgeschäftsführer Michael Entrich. Daher wolle die PDS jetzt ihre Öffentlichkeitsarbeit verstärken.
5449 Sachsen-Anhalter haben nach Angaben von Parteisprecher Theo Struhkamp ein SPD-Parteibuch. Ende 2001 seien es noch etwa 5700 gewesen. Nach der verlorenen Landtagswahl im April habe es Austritte gegeben. "Wir wollen unsere Mitgliederzahl bis 2006 um ein Fünftel steigern", sagte Struhkamp. "Das ist eine ehrgeiziges Ziel. Aber wir wollen mehr junge Leute in der Partei und auch in verantwortlichen Positionen haben."

Grüne Probemitgliedschaft
Die FDP hat laut Landesgeschäftsführerin Rosemarie Burkhard etwa 3000 Mitglieder. Im Superwahljahr mit dem zweistelligen FDP-Ergebnis bei der Landtagswahl habe die Partei Zulauf gehabt.
Bündnis 90/Die Grünen haben momentan noch etwa 410 Mitglieder, einige weniger als vor Jahresfrist. Junge Leute sollen unter anderem mit einer zeitlich befristeten Probemitgliedschaft gelockt werden, etwa über einen Zeitraum von drei Monaten. (dpa/ta)