"Wir halten an unserer Forderung fest, dass nur eine umfassende Funktionalreform mit einer Neuordnung der Aufgaben zwischen Land, Kreisen und Kommunen auch Strukturveränderungen rechtfertigt", so Heinze. Die Funktionalreform sei der erste Schritt. Ende Mai werde sich das Kabinett mit den neuen Plänen befassen, dann die Ausschüsse. "Das letzte Wort hat der Landtag oder vielleicht auch das Landesverfassungsgericht." Er bleibe insgesamt skeptisch, so Heinze.

Der Landrat des Elbe-Elster-Kreises, Christian-Heinrich Jaschinski (CDU), lehnt die geplante Fusion mit Oberspreewald-Lausitz auch in der Zweierkonstellation ab. Auch für ihn sind vor allem weiter die Fragen der Funktionalreform sowie deren personelle und finanzielle Unterfütterung ungeklärt. Er sei auch weiterhin an den Kreistagsbeschluss gebunden, die Eigenständigkeit von Elbe-Elster zu verteidigen, so Jaschinski. Sein Kreis sei allein in der Lage, seine Aufgaben zu erfüllen.

Für Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger (CDU) sind ebenfalls auch die neuen Reformpläne grundsätzlich nicht akzeptabel. Es sei wieder "nicht durchdachtes Stückwerk", kritisiert er. Altekrüger plädiert weiter dafür, die gesamte Diskussion "auf null" zu setzen. "Das Zusammenlegen des Landkreises Spree-Neiße mit der Stadt Cottbus zu einer Verwaltungseinheit ist weder leitbildgerecht noch löst es das vielfach zitierte Dominanzproblem der Stadt über den umschließenden Landkreis", sagt Altekrüger. Viele Fragen blieben ungeklärt, etwa zur Komplettentschuldung der kreisfreien Städt und der Funktionalreform.

Für den Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) ist der neue Kreiszuschnitt von Cottbus und Spree-Neiße sogar die schlechteste aller Varianten: "Sie schwächt die Stadt finanziell größtmöglich und widerspricht dem Leitbild, da das darin festgehaltene Dominanzverbot verletzt wird." Er werde sich weiter - wie von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossen - für die Kreisfreiheit von Cottbus einsetzen: "Ich werde dafür alle rechtsstaatlichen Mittel nutzen." Kelch kündigt an, dafür auch bis vor das Landesverfassungsgericht zu ziehen.