Zwar gerieten im vergangene Jahr rund 3200 Immobilien unter den Hammer, weil deren Besitzer Schulden nicht mehr bezahlen konnten, teilte die Sprecherin des Justizministerium Petra Marx mit. Das sei ein leichter Anstieg gegenüber 2001 (2978 Verfahren), doch liege der Wert fast gleichauf mit den Angaben für 2000 (3194 Verfahren). 1999 waren in Brandenburg 3257 Besitzer von Häusern, Grundstücke oder Wohnungen dazu gezwungen, den Weg zum Konkursgericht anzutreten.
Damit sei keine nennenswerte Steigerung festzustellen, fasst die Sprecherin zusammen. Dennoch liege der Wert weiter auf hohem Niveau.
Allerdings ist auch in Brandenburg die Zahl der Bauherren-Pleiten relativ gestiegen, denn gesunken ist die Zahl der Bauanträge und auch der Baugenehmigungen. 1999 wurden über 42 700 Anträge gestellt, ein Jahr zuvor waren es 44 990. Gegenwärtig wird ein Umfang von 35 000 Anträgen im Jahr geschätzt.
Nach dem rasanten Wohnungsneubau der ersten Nachwende-Jahre wird in Brandenburg nur noch schaumgebremst weiter gefördert, da der Wohnungsbedarf in den meisten Landesteilen gedeckt ist. Vor fünf Jahren hieß es bei Bauminister Hartmut Meyer (SPD) noch, bis zum Jahr 2010 müssen landesweit weitere 155 000 Wohnungen entstehen, fast drei Viertel davon im Berliner Umland. Das aber wird angesichts des unerwartet starken Bevölkerungsrückgangs inzwischen bezweifelt. Die durchschnittlich 20 000 Menschen, die sich in den 90er Jahren jährlich zumeist aus Berlin kommend im „Speckgürtel“ ansiedelten, haben immer weniger Nachfolger.
Ein Konjunkturprogramm zu Gunsten der brandenburgischen Bauwirtschaft wurde vom Wirtschaftsministerium abgelehnt. Mit solchen Programmen könne die Krise in der Branche nicht überwunden werden, hieß es zur Begründung. Aus Sicht des Ressorts seien eine Ursache für den mehrjährigen Abwärtstrend Überkapazitäten, die sich Anfang der 90er Jahre gebildet hätten. Danach sei ein „notwendiger Abschmelzprozess“ auf einen „angemessenen Bestand“ wettbewerbsfähiger Unternehmen verzögert worden. Dementsprechend ist die Zahl der Beschäftigten in der brandenburgischen Bauindustrie zwischen 1998 und 2002 um 18 800 auf 145 000 zurück gegangen.