Der Verfassungsschutz hat angesichts der Krawalle von Hooligans und Rechtsextremisten in Köln vor einer Eskalation der Gewalt gewarnt. "Es besteht Anlass zur Sorge, dass sich die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Extremisten auf unseren Straßen weiter aufschaukeln", sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, am Dienstag.

Von einer "neuen Dimension von Straßenmilitanz" spricht Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU). Er ist alarmiert und will eine für den 15. November angekündigte Demonstration der Hooligan-Gruppierung nach Möglichkeit verhindern. Für die Kundgebung wurden rund 1000 Teilnehmer angemeldet.

Auch der Sprecher der unionsgeführten Innenressorts der Länder, Lorenz Caffier, sieht Grund zum Handeln: "Wir können uns von diesem gewalttätigen Mob nicht auf der Nase herumtanzen lassen! Wir haben nicht ein Verbot der NPD vor dem Bundesverfassungsgericht beantragt, um diesen Chaoten und Kriminellen jetzt die Straße zu überlassen." Caffier will vor allem die Zusammenarbeit zwischen Hooligans und der NPD ins Auge fassen. "Sollte sich eine Zusammenarbeit nachweisen lassen, wäre das ein weiteres Argument für ein Verbot der NPD", so der Mecklenburger Innenminister.

In Köln hatte es am Sonntag bei einer Demonstration von rund 4800 Hooligans, Neonazis und Rechtsextremisten Straßenschlachten mit der Polizei gegeben. Dabei wurden 49 Beamte verletzt. Politik Seite 6