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Angst vor Lkw-Verbot auf B 169

Gegen Tempo 30 verstoßen in Klein Oßnig mehr als 90 Prozent der Autofahrer. Und seit Maut-Einführung 2005 ist die Lärm-Belastung für die Einwohner durch Schwerlastverkehr rasant gestiegen.
Gegen Tempo 30 verstoßen in Klein Oßnig mehr als 90 Prozent der Autofahrer. Und seit Maut-Einführung 2005 ist die Lärm-Belastung für die Einwohner durch Schwerlastverkehr rasant gestiegen. FOTO: R. Ufer/Ch. Taubert
Cottbus. In der Lausitzer Wirtschaft gibt es Angst vor einem Lkw-Fahrverbot auf der B 169. "Trotz der berechtigten Forderungen nach Lärmschutz für die Anwohner dieser Bundesstraße darf das wirtschaftliche Handeln von Unternehmen nicht gefährdet werden", sagt Knut Deutscher, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus, der sich hierbei einig mit der Industrie- und Handelskammer Cottbus ist. Christian Taubert

Die Kammern reagieren damit auf ein Urteil des Verwaltungsgerichtes Cottbus vom Dezember des Vorjahres, das einer Klägerin aus Klein Oßnig recht gegeben hatte. Die Richter verwiesen auf eine deutlich zu hohe Lärmbelastung für die Anwohner, weil der Spree-Neiße-Kreis unter anderem seiner Pflicht nicht nachgekommen sei, den fließenden Verkehr in der Ortsdurchfahrt zu beschränken. Das heißt, den zu 90 Prozent aus Transitverkehr bestehenden Schwerlastverkehr auf die Autobahn zu verbannen.

Einem möglichen Lkw-Fahrverbot auf der B 169 hält Deutscher entgegen, dass die beste Lösung der Bau der lange vorgesehenen weiteren Ortsumfahrungen wäre, die aber noch lange auf sich warten lassen.

Deshalb hat das Aktionsbündnis B 169, ein Zusammenschluss von zurzeit 35 ortsansässigen Unternehmen um Drebkau (Spree-Neiße) vorgeschlagen, zügig "Lärmsanierung ohne Verkehrsbeschränkungen" umzusetzen.

Für den Sprecher des Bündnisses Frank Wollermann könnte die Alternative zum Lkw-Fahrverbot der Einbau von Lärmschutzfenstern bei den Anrainern sein. Betroffen sind rund 2500 Einwohner.