Bis die Ergebnisse an die Staatsanwaltschaft Görlitz übergeben werden, würden noch etwa vier Wochen vergehen.

Nach Angaben der Sprecherin hätten die Ermittler die Tatverdächtigen unter anderem bei Pegida-Demonstrationen in Sachsen und dem Protest gegen Asylbewerber vor dem "Spreehotel" in Bautzen beobachtet. Den Verdächtigen wird wegen der Übergriffe auf sorbische Bürger unter anderem Sachbeschädigung und Körperverletzung vorgeworfen.

Während es im Jahr 2015 bisher noch keine Aufgriffe gegeben hat, waren sorbische Jugendliche im vergangenen Jahr mehrfach Ziel teils maskierter, gewaltbereiter Täter. Der Vorsitzende der Domowina (Bund Lausitzer Sorben) David Statnik hatte sich in der RUNDSCHAU erschüttert von den Übergriffen der Rechtsextremen gezeigt. Er verwies darauf, dass es nicht nur unter Jugendlichen Angst gebe, sondern in der sorbischen Bevölkerung in der Oberlausitz.

Nach Angaben von Statnik, "sind sorbisch sprechende junge Leute gezielt ausgesucht worden, um sie zu provozieren, zu beschimpfen und in Schlägereien zu verwickeln". Die Täter hätten ihre Opfer als "Sorbenschweine" beschimpft und auf einer Veranstaltung im Vereinshaus in Cunnewitz den Hitlergruß gezeigt. Ähnliche Angriffe gegen Sorben habe es in Crostwitz und Ralbitz (alle Kreis Bautzen) gegeben. Seither hat die sächsische Polizei verstärkt Präsenz in der Oberlausitz gezeigt, und das Operative Abwehrzentrum nahm die Ermittlungen auf.

Eine Reihe ähnlicher massiver Übergriffe hatte es bereits vor fünf Jahren im Siedlungsgebiet der Sorben in der Oberlausitz gegeben. Im brandenburgischen Teil der Lausitz kam es nach Polizeiangaben in Cottbus bislang nicht zu derartigen Vorfällen.