Die Reihe der Angriffe auf Politiker in der Region reißt nicht ab. Für Caren Lay (Linke) ist das fast bitterer Alltag. "Dies ist der 18. gezählte Angriff auf mein Wahlkreisbüro", teilt die Politikerin aus Hoyerswerda mit. Ihren Angaben zufolge war es am Donnerstagnachmittag zum jüngsten Übergriff vor und in ihrem Büro gekommen. An dem Überfall auf sie, eine Mitarbeiterin und drei weitere Personen sollen erst drei, später fünf "Neonazis" beteiligt gewesen sein. "Die Täter bespuckten ihre Opfer, beschimpften sie und warfen brennende Zigaretten nach ihnen", teilte die Bundestagsabgeordnete mit.

In der Nacht zum gestrigen Freitag kam es zu einem weiteren Angriff. Diesmal auf das Spremberger SPD-Büro. Unbekannte zerstörten die Scheibe mit Steinen. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrich Freese geht von einem politisch motivierten Anschlag aus. "Der Angriff hat mit Sicherheit etwas mit der Position der SPD in der Flüchtlingspolitik zu tun, und ich betrachte ihn auch als Attacke auf unseren Ministerpräsidenten Woidke", sagte Freese der RUNDSCHAU. Dafür spreche, dass gezielt das Plakat beschädigt wurde, auf dem beide Politiker abgebildet sind. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Nach den rechten Krawallen in Heidenau gab es dort gestern nun doch ein Willkommensfest für Flüchtlinge. Die Behörden hatten ein Versammlungsverbot verhängt - Gerichte hoben dieses aber in Teilen wieder auf. Am Abend kam es erneut zur Ausein andersetzung zwischen Demons tranten und der Polizei. Polizeikräfte kesselten etwa 100 Rechte ein. red/bf/wr Kommentar

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