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Aus dem Gerichtssaal
Anklage fordert zwölf Jahre Haft für syrischen Friseur aus Herzberg

Die Staatsanwaltschaft Cottbus fordert für den 39-jährige Syrer Mohammad H. (M.) wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung zwölf Jahre Haft. Foto: Ch. Taubert
Die Staatsanwaltschaft Cottbus fordert für den 39-jährige Syrer Mohammad H. (M.) wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung zwölf Jahre Haft. Foto: Ch. Taubert FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau
Cottbus. Der Angriff mit einem Rasiermesser kam für die Chefin eines Kosmetik- und Friseursalons völlig unerwartet. Die Staatsanwaltschaft Cottbus plädiert im Prozess am Landgericht Cottbus auf versuchten Mord und fordert eine lange Freiheitsstrafe für Mohammad H. Von Christian Taubert

Im Prozess um die Messerattacke des syrischen Friseurs Mohammad H. gegen seine Chefin im Juni des vergangenen Jahres in Herzberg (Elbe-Elster) hat die Staatsanwaltschaft Cottbus am Donnerstag zwölf Jahre Haft gefordert. Die Anklagebehörde, die von der Nebenklägerin unterstützt wird, geht in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht Cottbus von versuchtem Mord und gefährlicher Körperverletzung.

Der Verteidiger des als Flüchtling 2015 nach Deutschland gekommenen 39-jährigen Familienvaters sieht das Mordmerkmal der Heimtücke nicht als gegeben an und geht von versuchtem Totschlag aus. Er fordert eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Der Angeklagte hat sich in seinem letzten Wort bei der Geschädigten im Gerichtssaal entschuldigt und sein Bedauern über seine Tat geäußert.

Mohammad H. soll am 28. Juni 2017 seine Chefin eines Kosmetik- und Friseursalons Ilona F. völlig unerwartet mit einem Rasiermesser attackiert und ihr Schnittwunden am Hals, Brust und Bauch zugefügt haben. Nach Abschluss der Zeugenbefragung, den Berichten der Gutachter und den Plädoyers am Donnerstag soll nun am 29. Januar das Urteil verkündet werden.