| 02:34 Uhr

Angriff mit einem Rasiermesser

Herzberg. Eine Bluttat hat am Mittwochabend in Herzberg (Elbe-Elster) für Entsetzen gesorgt. Eine Friseurmeisterin wurde von ihrem syrischen Angestellten attackiert und schwer verletzt. Bodo Baumert und jan Siegel

Der Mann galt bisher als ein Musterbeispiel für eine gelungene Integration. Der Friseurmeister Mohammad H. (39) hatte nach eigenen Angaben in Damaskus mit seiner Familie zwei Salons betrieben. Er war im Jahr 2016 aus seiner Heimat geflohen und hatte in Herzberg ein neues Leben und Arbeit gefunden. Im Friseursalon von Ilona F. (64) war er geschätzt und beliebt. Um so mehr schockiert, was dann in dieser Woche geschah.

Wie die Staatsanwaltschaft in Cottbus bestätigt, ging Mohammad H. etwa um 18.30 Uhr mit einem Rasiermesser auf seine Chefin los und verletzte diese am Hals und am Bauch. Dass die Frau die Attacke überlebt hat, ist wohl nur einem Zeugen zu verdanken. Ein anderer Flüchtling aus Syrien (22) ging dazwischen und "verhinderte so Schlimmeres", sagt Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon.

Über den Auslöser für den Angriff gibt es bisher nur Spekulationen. Die Cottbuser Mordkommission ermittelt mit Hochdruck.

Die Herzberger Friseurmeisterin ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft außer Lebensgefahr. Mohammad H. wurde am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt und sitzt nun in Untersuchungshaft.

Es ist nicht zum ersten Mal, dass ein Flüchtling in der Lausitz einer brutalen Bluttat dringend verdächtig ist. Ein 18-jähriger Syrer sitzt in Untersuchungshaft, weil er in Cottbus eine 82-jährige Rentnerin getötet haben soll. Die Ermittlungen zu diesem Fall sind weitgehend abgeschlossen. Thema des Tages Seite 3