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Angespannte Einheitsfeier in Dresden

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich mit seinen Gästen zur Einheitsfeier: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck, Bundestagspräsident Norbert Lammert und Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts (v.l.).
Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich mit seinen Gästen zur Einheitsfeier: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck, Bundestagspräsident Norbert Lammert und Andreas Voßkuhle, Präsident des Bundesverfassungsgerichts (v.l.). FOTO: dpa
Dresden. Bundespolitiker werben in Dresden für ein weltoffenes Land und blicken positiv auf die Deutsche Einheit. Störer beschimpfen dagegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere Gäste des Festakts am 3. Oktober. ckz/dpa/oht

Pöbelnde Demonstranten haben die Feierlichkeiten zum Tag der deutschen Einheit in Dresden gestört. Sie riefen "Volksverräter", "Haut ab!" und "Merkel muss weg". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach am Montag trotzdem von einem Tag der Freude und Dankbarkeit und rief zu gegenseitigem Respekt auf. Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Dresdner Frauenkirche warb Bundestagspräsident Norbert Lammert beim Festakt in der Semperoper für ein weltoffenes, vielfältiges und optimistisches Deutschland: "Wir leben in Verhältnissen, um die uns fast die ganz Welt beneidet."

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sagte in seiner Rede: "Die Einheit Deutschlands ist sehr weit vorangekommen, ganz vollendet ist sie noch nicht." Er warnte vor den Gefahren des Populismus. "Beschämt erleben wir, dass Worte die Lunte legen können für Hass und Gewalt", sagte der scheidende Bundesratspräsident: "Das ist menschenverachtend und zutiefst unpatriotisch."

Nach dem Festakt nahmen 4000 bis 5000 Menschen an einer Demo der fremdenfeindlichen Pegida teil. Zu Zusammenstößen mit Gegendemonstranten kam es dabei nicht. 2600 Polizisten waren in Dresden im Einsatz. Der sächsischen Landesregierung zufolge kamen rund 450 000 Menschen zum Bürgerfest - viel weniger als erwartet.

Am Sonntag sorgten ein Brandanschlag auf drei Polizeifahrzeuge sowie Pöbeleien gegen Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) für Aufregung. Zuvor hatten Unbekannte Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und das Kongresszentrum verübt.

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