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Spremberg
Angeklagter unterbricht Verhandlung wiederholt

Spremberg. Annett Igel-Allzeit

Ein 34-jähriger Angeklagter aus Spremberg ist am Montag vorm Landgericht in Cottbus bei seiner Verhandlung kaum zur Ruhe zu bringen gewesen. Der Vorsitzende Richter musste ihn mehrfach ermahnen. Der Spremberger unterbrach sowohl den Staatsanwalt bei der Anklageverlesung als auch seinen Stiefvater, der als Zeuge aussagte. Angeklagt ist der junge Mann nach einer ganzen Reihe von Delikten seit 2010: Sie reichen von Körperverletzungen, versuchtem Raub über Diebstahl bis zu Sachbeschädigungen und Beleidigungen. Seit dem 23. September sitzt er in der Justizvollzugsanstalt (JVA) und weigerte sich am Montagmorgen, zur Verhandlung seinen Haftraum zu verlassen. Erst nachdem der Richter einen Vorführungsbefehl unterschrieben hatte, wurde der Spremberger eine Stunde nach dem angesetzten Verhandlungstermin von sieben Justizbeamten in den Gerichtssaal gebracht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte an einer psychischen Erkrankung leidet. Auch sein Stiefvater bat am Montag darum, die Farce für den 34-Jährigen zu beenden. Wie der Richter mitteilt, prüfe das Oberlandesgericht eine Beschwerde des Angeklagten zu den Haftbedingungen. „Die Haftfähigkeit muss geklärt werden. Aber es ist Sache der JVA, eine ärztliche Betreuung zu genehmigen oder ihn so unterzubringen, dass der Alltag in der Anstalt nicht beeinträchtigt wird“, so der Vorsitzende Richter.