Die Generalstaatsanwaltschaft wirft ihnen die Bildung einer terroristischen Vereinigung sowie zehn Anschläge auf Imbisse und Geschäfte von Ausländern im Havelland vor. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden betrug mehr als 600 000 Euro. Laut Anklage war das Ziel, die Ausländer aus der Region zu vertreiben. Insgesamt stehen zwölf Angeklagte vor Gericht.
Von dem im Dezember begonnenen Prozess ist die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Die drei gestern angehörten jungen Leute hätten jeweils ihre Beteiligung an den Brandanschlägen eingeräumt, sagte eine Gerichtssprecherin. Dagegen sähen sie aber den Terrorismus-Vorwurf anders als die Generalstaatsanwaltschaft. So sei die Vertreibung der Ausländer aus der Region nur ein Ziel des heute 20-jährigen Hauptangeklagten und damaligen Rädelsführers, nicht aber ihr eigenes gewesen. Vielmehr hätten sie nur mitgemacht, "um in der Clique dazuzugehören".
Es ist das erste Mal, dass Brandenburgs Generalstaatsanwaltschaft eine Gruppe Neonazis als terroristische Vereinigung angeklagt hat. Der Jüngste der Beschuldigten war 14, der älteste 18 Jahre alt, als zwischen August 2003 und Mai 2004 die Anschläge verübt wurden. (dpa/mhs)