Die Ex-Jurastudentin aus Riesa räumte gestern vor dem Dresdner Landgericht allerdings ein, dass das Kind nicht in ihr Leben gepasst und sie deshalb die Schwangerschaft verdrängt habe. Laut Anklage soll sie am 21. September 2003 ihre Tochter kurz nach der Geburt getötet und die Leiche später in einem Kosmetikkoffer auf einem Feldweg abgestellt haben.
Vor Gericht bestätigte die 29-Jährige, das Mädchen allein in ihrer Wohnung zur Welt gebracht zu haben. Laut Anklage fiel das Baby dabei kopfüber ins Toilettenbecken. "Sie wollte das Kind nicht töten", erklärte ihr Verteidiger. Die Angeklagte sagte vor Gericht, dass sie das Neugeborene nicht ansehen oder anfassen wollte. Sie habe es in ein Handtuch gewickelt, damit es nicht schreie.
Laut Staatsanwaltschaft drückte die Frau dem Kind das Handtuch auf das Gesicht, bis es aus ihrer Sicht nicht mehr lebte. Laut rechtsmedizinischem Gutachten war das Baby lebensfähig und Verletzungen im Schädelbereich todesursächlich. Es sei nicht auszuschließen, dass das Neugeborene ins Toilettenbecken gefallen sei, sagte der Gutachter vor Gericht. Allerdings gebe es auch noch "dezente Anzeichen" für eine Erstickung.
Die Frau war zwei Monate nach der Entbindung festgenommen worden. Die Kammer hat weitere drei Verhandlungstage angesetzt. (dpa/mb)