Maria war laut Anklage nach einem gemeinsamen Ausflug am 24. Mai 2001 in der Wohnung des 23-Jährigen in Wolfen mit 17 Messerstichen getötet worden. Zuvor soll sie geschlagen und mit einem Telefonkabel gewürgt worden sein. Ihre Leiche war in einer unwegsamen Auenlandschaft bei Wolfen verscharrt worden, was wiederum beide Angeklagte zugaben. Ein Motiv für das Tötungsverbrechen gibt es laut Staatsanwaltschaft bisher nicht. Der 24-Jährige ist wegen Mordes aus Mordlust, der 23-Jährige wegen Beihilfe zum Mord angeklagt.
Der 23-Jährige sagte während der sehr in Einzelheiten gehenden Befragung zum Hergang des Himmelfahrtstages aus, er habe vor seinem älteren Kumpel Angst gehabt. Er habe sich von ihm einschüchtern lassen und bedroht gefühlt. „Ich hatte Angst davor, dass er seine Drohung wahr macht“ und er der Nächste sein werde. Es tue ihm leid, dass er Maria nicht geholfen habe. Er gab zu, Spuren beseitigt und die Leiche mit vergraben zu haben. Auf eine Frage des Vorsitzenden Richters Manfred Steinhoff, sagte der 23-Jährige aus, in der Vergangenheit bei einer Auseinandersetzung um eine Freundin auf einen jungen Mann zwei Mal mit dem Messer eingestochen zu haben.
Zum Prozessauftakt vor einer Woche hatte der ältere Angeklagte den 23-jährigen bezichtigt, auf Maria eingestochen zu haben (die RUNDSCHAU berichtete). Er wiederholte dies am zweiten Verhandlungstag. „Ich steche nicht auf Leute ein und ich bringe keinen Menschen um“, sagte der 24-Jährige. Die Eltern des Opfers verfolgen die Aussagen als Nebenkläger. Für den Prozess hat die 6. Strafkammer Verhandlungstage bis zum 19. März angesetzt. (dpa/bra)