Brandenburgs Ehrenamtskarte wird immer noch nicht flächendeckend anerkannt. Die derzeit rund 140 Kultur- und Freizeiteinrichtungen und Betriebe, die die Karte akzeptieren, befinden sich zu großen Teilen weiter im Berliner Speckgürtel. Im Landkreis Elbe-Elster gibt es lediglich drei Angebote, in der kreisfreien Stadt Cottbus vier. In Frankfurt (Oder) und der Prignitz wird die Karte sogar nirgendwo akzeptiert. Auch Einrichtungen wie das Staatstheater Cottbus, das Dieselkraftwerk oder das Staatsorchester Frankfurt (Oder) fehlen in der Liste der Akzeptanzstellen.

Wie Regierungssprecher Florian Engels gegenüber der RUNDSCHAU bestätigt, ist der Landesregierung das Problem bekannt. „Wir wollen das ändern“, sagt Engels. Um die Attraktivität der Karte im Flächenland Brandenburg zu erhöhen, werden künftig in den Kommunalverwaltungen der Landkreise und kreisfreien Städte „Engagementsstützpunkte“ eingerichtet. Sie sollen sich unter anderem um die lokale Öffentlichkeitsarbeit zur Ehrenamtskarte und das Einwerben von Partnern vor Ort kümmern.

Oppositionsführer Ingo Senftleben (CDU) sieht in den weißen Flecken der Ehrenamtskarte einen Beleg für die Vernachlässigung des ländlichen Raums in Brandenburg. „Ehrenamtlicher Einsatz muss selbstverständlich überall gleich res­pektiert und belohnt werden“, sagt Senftleben.

Brandenburg startete im Jahr 2012 mit der Ehrenamtskarte, seit 2017 wird sie gemeinsam mit Berlin vergeben. Sie ist für freiwillig Engagierte gedacht, die als Dank für ihre Arbeit Vergünstigungen zu erhalten.