Immer mehr Brandenburger greifen zur Angel - der Landesanglerverband verzeichnet Zuwachs. Derzeit gebe es rund 78 600 Mitglieder und damit rund 2000 mehr als noch im Vorjahr. Als Grund für den Anstieg nennt der Verband das in Brandenburg geltende Fischereirecht. Es sieht vor, dass einige Fischarten - ausgenommen Raubfische - ohne Fischereischein geangelt werden dürfen. Es ist also keine Prüfung notwendig.

Zudem habe Angeln mit Ruhe und Rückzugsorten zu tun, danach sehnten sich viele Menschen, hieß es. Im Landesanglerverband sind rund 1400 Anglervereine organisiert. Zu den Mitgliedern im Verband zählen rund 8000 Kinder und Jugendliche.

2006 hatte der Landtag beschlossen, dass man sogenannte Friedfische künftig ohne Fischereischein und damit ohne Prüfung fangen kann. Das sind Fische, die keine Jagd auf andere Fische machen und sich hauptsächlich von Pflanzen ernähren. Dazu zählt zum Beispiel die Barbe. Davor durften nur Kinder und Jugendlichen zwischen 8 und 18 Jahren ohne Nachweis Friedfische fangen.

Angler, die sich auf Friedfische beschränken, müssen aber eine Fischereiabgabe zahlen und eine Angelkarte für das jeweilige Gewässer kaufen. Das ist eine privatrechtliche Erlaubnis.

Der Landesanglerverband kritisiert, dass Kormorane den Fischbeständen in brandenburgischen Seen zusetzten. Der Bestand des unter Schutz stehenden Vogels habe sich in den vergangenen Jahren erholt und werde so zunehmend zu einem Problem für Flora und Fauna. Der Verband fordert deshalb einen Management-Plan für Kormorane, der die Zahl der Brutpaare auf einem bestimmten Niveau halten könne.

Der Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Brandenburg, Axel Kruschat, hält dagegen. „Die Fokussierung auf eine bestimmte Tierart bringt gar nichts.“ Die Probleme in Brandenburgs Seen entstünden in erster Linie durch den Menschen, etwa durch die von ihm angewendeten Pestizide. Von einer Lockerung des Kormoran-Schutzes hält der Umweltverband nichts.