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| 02:43 Uhr

Angebissen: Immer mehr Menschen werfen die Angel aus

Immer mehr Menschen finden beim Angeln Ruhe und Entspannung. Viele Mitglieder der Anglerverbände opfern aber auch viel Freizeit für die Pflege der Fischbestände.
Immer mehr Menschen finden beim Angeln Ruhe und Entspannung. Viele Mitglieder der Anglerverbände opfern aber auch viel Freizeit für die Pflege der Fischbestände. FOTO: dpa
Nuthetal. Von wegen eintönig stundenlang aufs Wasser starren: Angeln ist immer mehr im Kommen. Es hat auch mit der Sehnsucht nach Rückzugsorten zu tun, heißt es beim Landesanglerverband Brandenburg. In Sachsen treffen sich am Wochende junge Angler an der Elbe. dpa/uf

Besonders viele Brandenburger greifen zur Angel - der Landesanglerverband verzeichnet Zuwachs. Derzeit gebe es rund 78 600 Mitglieder und damit rund 2000 mehr als noch im Vorjahr. Als Grund für den Anstieg nennt der Verband das in Brandenburg geltende Fischereirecht. Es sieht vor, dass einige Fischarten - ausgenommen Raubfische - ohne Fischereischein geangelt werden dürfen. Es ist also keine Prüfung notwendig. Zudem habe Angeln mit Ruhe und Rückzugsorten zu tun, danach sehnten sich viele Menschen, hieß es. Im Landesanglerverband sind rund 1400 Anglervereine organisiert. Zu den Mitgliedern im Verband zählen rund 8000 Kinder und Jugendliche. 2006 hatte der Landtag beschlossen, dass man sogenannte Friedfische künftig ohne Fischereischein und damit ohne Prüfung fangen kann. Das sind Fische, die keine Jagd auf andere Fische machen und sich hauptsächlich von Pflanzen ernähren. Dazu zählt zum Beispiel die Barbe.

Davor durften nur Kinder und Jugendlichen zwischen acht und 18 Jahren ohne Nachweis Friedfische fangen. Angler, die sich auf Friedfische beschränken, müssen aber eine Fischereiabgabe zahlen und eine Angelkarte für das jeweilige Gewässer kaufen. Das ist eine privatrechtliche Erlaubnis.

Auch der Landesverband Sächsischer Angler kann einen Mitgliederzuwachs vorweisen. In den vergangenen drei Jahren seien rund 3000 Mitglieder dazugekommen, sagt Jan Bender, Referent für Jugendarbeit gegenüber der RUNDSCHAU. Dem Landesverband gehören 40 500 Mitglieder an, die in 620 Vereinen und drei Regionalverbänden organisiert sind. Für den heutigen Samstag lädt der Verband zu einem "Junganglertag" an die Elbe in Dresden ein. Am Johannstädter Fährgarten haben Kinder und Jugendliche Gelegenheit, Angelmethoden kennenzulernen und selbst zur zu Rute greifen. Laut Bender gibt es eine wachsende Zahl junger Mitglieder in den Vereinen. Bei ihren Treffen gehe es keinesfalls nur um den Fischfang, sondern auch Umwelt- und Gewässerschutz stehe auf der Tagesordnung.

Infolge der Dauerhitze werden die jungen Angler heute einige Meter weit ins Flussbett laufen müssen, um ans Wasser zu gelangen. Denn die Elbe führt momentan extremes Niedrigwasser.

Zu Wochenbeginn zeigte der Pegel nur 51 Zentimeter an, im Jahresmittel liegt der Wasserstand bei zwei Meter.