Das reicht von der Wasseranalyse im Klärwerk über ein medizinisch-analytisches Labor im Krankenhaus bis hin zu den verschiedenen Laboratorien der BASF Schwarzheide GmbH.

Kunststoffe und Lacke

Das Werk mit 1800 Beschäftigten stellt verschiedene Kunststoffe, Lacke und Pflanzenschutzmittel her. Um einen ungestörten Produktionsprozess und gleichbleibend hohe Qualität der Erzeugnisse zu erreichen, müssen Rohstoffe, Zwischen- und Endprodukte getestet werden. Deshalb gibt es bei der BASF Schwarzheide GmbH neben einem großen Zentrallabor auf dem Werksgelände noch viele kleinere Laboratorien. Untersucht werden auch ständig Wasserproben aus der werkseigenen Kläranlage und dem Kanalsystem. Dafür gibt es einen mobilen Laborwagen.

Automat statt Reagenzglas

Wer sich an seinen Chemieunterricht erinnert, der denkt bei einem Chemielabor an Experimente mit Reagenzglas, Glaskolben und Bunsenbrenner. In chemischen Laboratorien sieht es heute ganz anders aus.

Überall hat inzwischen sehr viel Technik Einzug gehalten. Reagenzgläser wurden von Ein-Weg-Kunststoff-Behältern abgelöst. Analysen werden in großen Serien von Automaten abgearbeitet und die Daten sofort in Computer eingespeist, ausgewertet und archiviert.

Das ist auch im analytischen Labor der BASF Schwarzheide GmbH der Fall. Hier wird eine ganze Reihe von verschiedenen Analyse-Verfahren durchgeführt. Zur Ausrüstung gehört auch ein Raster-Elektronenmikroskop. Damit werden Oberflächenstrukturen zum Beispiel auf Schaumstoff-Proben untersucht. Kombiniert mit einem Laserstrahl können auch einzelne Elemente, zum Beispiel Metalle, auf einer Oberfläche nachgewiesen werden.

Präzision

Bei der Arbeit in einem chemischen Labor kommt es immer auf Genauigkeit an. Das beginnt mit der exakten Kennzeichnung aller Proben, um Verwechslungen auszuschließen. Messungen, egal ob Gewicht oder Volumen, müssen genau sein. Verunreinigungen sind in einem chemischen Labor besonders gefährlich. Sie verfälschen die Untersuchungsergebnisse oder können eine Bestimmung stören. Bei der Überwachung von Produktionsprozessen können falsche Laborergebnisse gravierende Folgen haben.

Aufschluss und Extraktion

Stoffe, die bestimmt werden sollen, liegen nicht immer in einer für die Untersuchung verfügbaren und zugänglichen Form vor. Das können zum Beispiel kleinste Metallteilchen sein, die sich in einem Schaumstoff befinden. Der muss entfernt werden, um an das Metall zu gelangen.

Deshalb müssen solche Proben vor der eigentlichen Analyse bearbeitet werden. Eine Art dieser Bearbeitung ist der „Aufschluss“. Das kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass die Probe unter Sauerstoff in einem fest verschlossenen Stahlgefäß stark erhitzt wird.

Manche Stoffe werden für eine Bestimmung zunächst von anderen Stoffen getrennt. Ein Beispiel dafür ist die „Extraktion“, das Auswaschen mit einem Lösungsmittel.

Dazu wird die Probe in einer Papierhülse in ein schmales Glasgefäß gesetzt. Das darunter befindliche Lösungsmittel wird erhitzt und der Dampf an einem Kühler wieder verflüssigt, sodass er über die Probe läuft und den gewünschten Stoff auswäscht. In einem Kreislauf wird das so lange wiederholt, bis die Abtrennung vollständig ist.

Arbeitsschutz

Arbeitsschutz wird in einem chemischen Labor großgeschrieben. Bei der Arbeit muss immer eine Schutzbrille getragen werden. Handschuhe und festes Schuhwerk sind ebenfalls Pflicht.

Um zu verhindern, dass Dämpfe eingeatmet werden, können Analysen in einem „Abzug“ durchgeführt werden. Das ist ein Glaskasten, dessen vordere Seite wie ein Schiebefenster hoch und runter bewegt werden kann. Der Glaskasten hat an der Decke oder Rückseite eine Öffnung, an der ein Unterdruck anliegt. Die abgesaugte Luft wird ins Freie transportiert.