Das hofft Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der an diesem Dienstag zu seiner zweiten Reise in die Krisenregion binnen drei Wochen aufbricht.

Die dreitägige Mission soll helfen, die vorherrschende Gewalt-Dynamik zu durchbrechen und Spielräume für diplomatische Ansätze auszuweiten. Dabei hat Steinmeier vor allem im Libanon viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Seine erste Station heißt deshalb: Beirut.

Dort wird er Ministerpräsident Fuad Siniora treffen, der seit Wochen ein sofortiges Ende der Kämpfe fordert und erst kürzlich eindringlich warnte: „Unser Land wird in Stücke gerissen und soll auf die Knie gezwungen werden.“ Der Zedernstaat besteht auf Änderungen an der Resolution und stört sich vor allem daran, dass der Text weder einen sofortigen Waffenstillstand noch einen unverzüglichen Rückzug von Israels Truppen aus dem Libanon fordert. Die am Montag in Beirut versammelten Außenminister der Arabischen Liga stärkten dem Libanon in dieser Frage den Rücken. Am deutlichsten wurde Syriens Außenminister Walid al-Muallem, der den Resolutionsentwurf als „Rezept zur Fortsetzung des Krieges“ bezeichnet hatte.

Steinmeier kann in Beirut auf das immer wieder betonte Interesse der Staatengemeinschaft an einem souveränen und handlungsfähigen Libanon verweisen. „Ein starker Libanon ist ein guter Libanon für diese Region“, brachte es ein Außenamtssprecher auf den Punkt. Angesichts der laufenden Bombardierungen dürften aber Zugeständnisse und Einsicht auf libanesischer Seite schwer zu erreichen sein, zumal Beirut mit einem eigenen Sieben-Punkte-Friedensplan aufwartet.

Die israelische Regierung wird Steinmeier dagegen nicht vom Nutzen des Resolutionsentwurfes überzeugen müssen. Jerusalem nahm den Text wohlwollend zur Kenntnis, auch wenn die endgültige Fassung noch abgewartet werden müsse. Der Entwurf bringt aber seine „Absicht zum Ausdruck“, eine internationale UN-Truppe zur Unterstützung der libanesischen Regierung zu entsenden. Damit wäre ein Hauptanliegen Israels erfüllt, das kein Zurück mehr zum „Status quo ante“ will, also zum Zustand vor dem Ausbruch der Kämpfe.

Auch wenn der israelische Regierungschef Ehud Olmert sich eine deutsche Beteiligung an einer solchen internationalen Truppe wünscht und darüber sogar „glücklich“ wäre, dürfte der deutsche Chefdiplomat in Jerusalem keine Signale in diese Richtung geben. Die Bundesregierung schätzt den Vertrauensbeweis Olmerts zwar als Beleg für das gute deutsch-israelische Verhältnis, will aber vor einer Entscheidung das konkrete Mandat abwarten. Die solle aber weder als Verweigerung, noch als Ablehnung gewertet werden, versicherte ein Regierungssprecher in Berlin.