Auf den Fließen gestakt zu werden oder selbst zu paddeln gehört zu den beliebtesten Aktivitäten im Spreewald. Doch auch das Wandern an den Fließen hat seinen Reiz: Die Blicke schweifen weiter, als es vom Wasser aus möglich wäre, die Nase umweht der Duft von Gemüse, Kräutern und Blüten. Start für die rund 20 Kilometer lange Tour ist in Raddusch, einem noch verträumten Spreewalddorf, das erst allmählich von Touristen entdeckt wird.

An der Bäckerei in der Ortsmitte, die einst der Kolonialwarenladen war, geht es über den Buschmühlenweg an der Radduscher Buschmühle vorbei bis zur Dubkowmühle. An beiden dreht sich wegen der vor Jahrzehnten eingebauten Wasserschleusen kein Mühlrad mehr. Doch während die Buschmühle mehr und mehr zerfällt, ist die Dubkowmühle als Gasthaus mit Leben erfüllt.

Bekannter als Raddusch ist das Spreewalddörfchen Leipe, der wohl abgelegenste Ort in der Fließlandschaft und zugleich ein beliebtes Touristenziel. Viele Rad- und Wanderwege kreuzen sich dort, Fährmänner halten mit ihren Touristenkähnen zur Rast.

Die Wandertour führt gleich am Ortseingang, hinter dem kleinen Hafen, nach rechts in Richtung Burg. Die Weideflächen mit großen Baumgruppen als Umgrenzung wirken wie Landschaftsparks. Hier ruft der Kuckuck, dort klopft ein Specht, und wer Glück hat, sieht einen Storch bei der Futtersuche. Auf einem großen Gemüsefeld wachsen Zwiebeln, Kartoffeln und Gurken, weiter hinten steigt einem der scharfe Duft von Meerrettich in die Nase.

An den folgenden Weggabelungen biegt der Wanderer immer rechts ab. Er streift das Flächendorf Burg nur, um wieder nach Raddusch zurückzugelangen. Mehrere Storchenpaare haben an dieser Strecke ihr Domizil gefunden. Akribisch hält der Naturschutzbund Deutschland ihre Ankunft und die Zahl ihrer Jungen fest. An der Gemeindegrenze trifft der Wanderer auf eine historische Grenzmarke: den preußisch-sächsischen Grenzpfahl, der daran erinnert, dass 1650 die Grenze zwischen Sachsen und Brandenburg mitten durch den Spreewald verlief.

Das letzte Stückchen Weg führt über die Radduscher Kaupen und den Naturhafen zurück nach Raddusch. Von dort sind es zwei Kilometer bis zur Slawenburg Raddusch, die außerhalb des Ortes hinter der Autobahn liegt. Der Besuch lohnt sich, um die vielen Sinneseindrücke von der Wanderung mit Fakten zur Siedlungsgeschichte des Spreewaldes und der Niederlausitz zu ergänzen.

Unter www.lr-online.de/touren finden Sie das interaktive RUNDSCHAU-Wanderportal mit 50 Tourenvorschlägen in der Lausitz zum Nachwandern

Am kommenden Mittwoch wandert die RUNDSCHAU für Sie von Guben nach Kerkwitz.

Zum Thema:
In der Dubkowmühle (geöffnet täglich 8 Uhr bis 22 Uhr, warme Küche 11.30 Uhr bis 21 Uhr) speist der Wanderer in einem der ältesten Gasthöfe des Spreewaldes. Denn 1701 wurde die Mühle gebaut, und 1737 bekam der Müller das Schankrecht. Auf den Tisch kommen heute Fisch und andere Spreewälder Spezialitäten wie Hefeplinsen. Die gibt es aber erst zur besten Kaffeezeit, damit sie schön aufgehen können.Viele Möglichkeiten zur Einkehr gibt es auch in Leipe und in Raddusch - vom Imbiss am Hafen oder beim Bäcker bis zum feinen Restaurant. Empfehlenswert ist in Raddusch ein Besuch des Spreewälder Hofladens (montags bis freitags 8 bis 18 Uhr, samstags 8 bis 12 Uhr). Neben einem preiswerten Mittagsimbiss gibt es dort Spreewälder Gurken, verschiedene Senfsorten und Meerrettich-Zubereitungen sowie Eierlikör aus der Schau-Produktion zu kaufen. Öffnungszeiten: Heimatstube Leipe: dienstags bis sonntags 10.30 Uhr bis 15.30 UhrSlawenburg Raddusch: täglich 10 bis 18 Uhr