Lediglich Hobbyköche dürfen zu dem Wettstreit an die Töpfe treten. Gestern wurde das Geheimnis um die Kandidaten gelüftet, die am 16. März ihre Köstlichkeiten einer prominenten Jury und dem Publikum vorsetzen werden.
Die Suppenstar-Bewerber treten für jeweils ein Lokal aus der Görlitzer Altstadt an. Die Profiköche der einzelnen Gaststätten stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite, damit am Ende die geforderten 40 Suppenportionen in feinster Qualität auf die Teller kommen. Unter den Kandidaten ist nur eine Frau: Sabine Caspar, die für das "Bürgerstübl" kocht, will die Juroren mit einer Niederschlesischen Herrensuppe überzeugen. Außerdem verspricht die gelernte kaufmännische Angestellte, dass sie ihren zum Wettbewerb passenden Namen in die Waagschale werfen wird.
Das Szenelokal "Salü" schickt Thomas Neumann an den Herd, der im beruflichen Leben ganz andere Dinge anrührt. Der Apotheker bekocht in dieser Woche zunächst seine 15-köpfige Belegschaft, um sich langsam an größere Mengen heranzutasten. Was er im Wettbewerb kredenzen wird, verrät er noch nicht. Für den "Schwibbogen" rührt ein ranghoher Polizeibeamter die Suppen an. Robby Schneider will schlesische Gerichte nach Rezepten seiner Oma servieren.
Der Rothenburger Klaus-Peter Mayer, Chef der Molkerei in Niesky, geht für das "Ratscafe" an den Start. Das Restaurant "Lucie Schulte" schließlich lässt sich von einem Chirurgen aus dem Görlitzer Klinikum vertreten. Michael Vaik wird nachgesagt, man schmecke seinen Suppen an, dass er indische Wurzeln hat.
Alle Kreationen werden im Finale von "Görlitz sucht den Suppenstar" nach Geschmack, Aussehen und Originalität des selbst gewählten Namens bewertet.
Die Suppenstar-Idee hat längst eine Sympathiewelle für die Neißestadt ausgelöst. Reaktionen aus ganz Deutschland träfen ein, beispielsweise vom Deutschen Suppeninstitut in Bonn, das seine Internet-Seiten mit denen der Görlitzer Aktion verlinkt hat, erzählt Mitinitiator Axel Krüger.
Ein Görlitz-Fan aus dem Schwarzwald, der sich die Domain www.suppenstar.de gesichert hatte, stellte die Adresse kostenlos zur Verfügung. Und etwa 60 Suppenrezepte wurden eingeschickt.
Überhaupt ist das Interesse inzwischen so groß geworden, dass sich die Organisatoren einen größeren Raum für das Finale suchen mussten. Anstatt in den Görlitzer Höfen wird der Suppenstar nun in der Stadthalle gekürt.