"Rund 60 Prozent eines Jahrgangs nehmen das Angebot wahr", sagte der Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendfeier im Humanistischen Verband, Volker Mueller. Allein rund 5000 Jugendliche hätten sich für die Veranstaltungen des Verbandes angemeldet. So steif wie zu DDR-Zeiten gehen die Feierstunden allerdings schon längst nicht mehr ab.
"Es sind jugendgemäße Events mit Hiphop und modernen Filmen", erklärte der Geschäftsführer des Vereins Jugendweihe Berlin-Brandenburg, Henry Behrens. Rund 2000 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 14 Jahren werden zu den Jugendweihen des Vereins erwartet. "Es ist ein Lebenswende-Fest zwischen Zuckertüte und Hochzeitstorte", meinte Behrens. Und die Geschenke spielten dabei sicher auch eine Rolle.
Zur Vorbereitung gebe es freiwillige Veranstaltungen, wo es etwa um Berufsorientierung gehe. Von einem Besuch im Reichstag oder im einstigen KZ Sachsenhausen bis hin zu Benimmkursen reicht das Angebot der Arbeiterwohlfahrt (Awo) bei der Vorbereitung ihrer Jugendweihen.
"Das wird sehr gut angenommen", sagte Monika Döhring. Möglich sind auch berufsbildende Ausflüge etwa zur Polizei, zu Unternehmen oder in Krankenhäuser. Auch die knapp 1150 Jugendlichen, die sich für die diesjährigen Jugendfeiern/Jugendweihen der Awo angemeldet haben, erwartet ein buntes Programm - mit Breakdance und Lasershow. Erstmals eine "Feier nach der Feier" bietet das Humanistische Jugendwerk Cottbus an, zu deren Jugendweihen etwa 900 Jugendliche kommen wollen. "Das ist wie ein Abi-Ball, wo mehrere Teilnehmer mit ihren Gästen gemeinsam feiern können", sagte Tino Neumann vom Jugendwerk.
Nach seinen Worten wurde bewusst die Bezeichnung "Jugendweihe" beibehalten. "Wir wollen damit eine Tradition fortsetzen für ein nicht konfessionell gebundenes Ritual im Übergang zum Erwachsenenalter." Auch Behrens vom Jugendweihe e. V. betonte: "Wir stehen zu dieser vor über 150 Jahren begründeten Tradition." Dagegen spricht der Humanistische Verband von "Jugendfeiern". "Schließlich werden die Jugendlichen nicht geweiht, es gibt auch kein Gelöbnis", meinte Mueller. Neben den großen Anbietern für die Veranstaltung gibt es nach seinen Angaben in Brandenburg noch mehrere kleinere.
Im Vergleich zu den Jugendfeiern und Jugendweihen spielen auch in diesem Jahr Konfirmation und Firmung in Brandenburg nur eine untergeordnete Rolle. Die katholische Kirche spricht von etwa 400 Firmungen. Die evangelische Kirche Berlin-Brandenburg erwartet etwa 3400 Konfirmanden. "Immer öfter kommen dabei Jugendliche, deren Eltern konfessionslos sind", sagte Friederike Schwarz, zuständig für Kinder- und Jugendarbeit. "Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zu den Jugendweihen - das ist eine gewachsene Tradition."
Jugendweihe im Internet:
www.jugendweihe.de
www.humanismus.de