Nährwertangaben auf Lebensmitteln sollen sich nach dem Willen der Länderminister auf eine einheitliche Größe von 100 Gramm beziehungsweise 100 Milliliter beziehen und den absoluten und prozentualen Gehalt an Energie, Zucker, Fett, gesättigten Fettsäuren und Salz nennen. Je nachdem, ob der jeweilige Nährwertgehalt als unbedenklich oder bedenklich angesehen wird, soll er in den Farben Grün, Gelb und Rot hinterlegt werden. Gerade die farbliche Hinterlegung sei ein Plus an Verbraucherinformation, erklärte der Vorsitzende der Verbraucherministerkonferenz, Bayerns Amtsinhaber Otmar Bernhard (CSU).

Der Minister zeigte sich überzeugt, dass dies Hersteller motiviere, ihre Produkte mit weniger versteckten Fetten oder Zucker auf den Markt zu bringen, um keine gelbe oder rote Karte zu erhalten. In bestimmten Fällen wie etwa bei Speiseölen, Butter, Milch, Gemüse und Obst ist nach Einschätzung der Minister keine farbliche Kennzeichnung nötig.

Verpflichtend statt freiwilligBundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) zeigte sich offen für eine verpflichtende Regelung und will sich nun offenbar dafür starkmachen. Nach Worten einer Sprecherin sagte Seehofer, zwar sei eine verpflichtende Regelung auf europäischer Ebene "immer der beste Weg". Falls es hier aber auf EU-Ebene kein Vorankommen gebe, sei auch eine verpflichtende nationale Regelung von farbig unterlegten Nährwertangaben für den Minister vorstellbar. Bislang hatte Seehofer sich stets für die auch bislang von Teilen der Ernährungsindustrie schon praktizierte Nährwertkennzeichnung auf freiwilliger Basis ausgesprochen.

In der Diskussion um Uran im Trinkwasser nannte Seehofer einen bundeseinheitlichen Grenzwert "absolut notwendig". Es sei den Bürgern nicht mehr zu vermitteln, warum es ihn nicht schon längst gebe, sagte er der "Berliner Zeitung" vom Freitag: "Um Gesundheitsgefährdungen auszuschließen, darf es nicht mehr länger nur bei Empfehlungen bleiben." Es müsse ein rechtsverbindlicher Grenzwert her. Als Orientierungsgröße nannte Seehofer den noch unverbindlichen Richtwert des Umweltbundesamtes von zehn Mikrogramm Uran pro Liter Trink- und Mineralwasser.

Seehofer drängt auf EU-RegelungSeehofer sprach sich für einen EU-Grenzwert aus. "Das ist eine typische europäische Aufgabe", sagte er. Wegen des Binnenmarktes werde Mineralwasser EU-weit gehandelt. Also müsse der Grenzwert auch EU-weit gelten. Deutschland habe eine entsprechende Initiative gestartet. Uran in Leitungs- und Mineralwasser gilt als gesundheitsgefährdend. Bei anhaltender Aufnahme höherer Konzentrationen kann es zu Nierenschäden und Krebserkrankungen kommen. AFP/ab