Fest steht: Durch das Weiterreichen Hunderttausender US-Geheimdokumente an die Enthüllungsplattform Wikileaks - was Manning bereits gestanden hatte - schrieb der heute 25-Jährige Internet-Geschichte.

Manning diente als Geheimdienst-Analyst in der US-Armee. Seine Motive beschreibt er wie folgt: "Wenn Du freien Zugang zu Geheimdokumenten hast", zitiert ihn ein Unterstützer-Netzwerk, "und Du unglaubliche, schreckliche Dinge siehst (. . .) Dinge, die an die Öffentlichkeit gehören (. . .) Was würdest Du tun?" Er fügte hinzu: "Ich möchte, dass die Menschen die Wahrheit sehen."

Manning wuchs in einer Kleinstadt in Oklahoma im Mittleren Westen der USA auf. Nach der Scheidung der Eltern zog er zeitweise mit seiner Mutter nach Wales in Großbritannien. Bereits früh habe der Jugendliche begonnen, sich für Computer zu interessieren, schreibt die "Washington Post". Später habe der Hochbegabte, der in der Schule oft gehänselt worden sei, zur Hackerszene Kontakt aufgenommen.

Nach der Schule kehrte er in die USA zurück. Nachdem er sich einige Zeit lang mit Nebenjobs über Wasser hielt, trat er in die Armee ein. Im Jahr 2009 kam er mit seiner Truppe in den Irak. Dort habe er psychische Probleme bekommen und einen Zusammenbruch erlitten. Auch seine Homosexualität habe ihm Probleme bereitet. Nach den spektakulären Wikileaks-Enthüllungen im Jahr 2010 wurde Manning im Irak festgenommen. Während seiner Haft in den USA hatte er sich über unwürdige Bedingungen beklagt. Zeitweise sei er gezwungen worden, sich jeden Abend vor den Wärtern nackt auszuziehen.

Im Prozess gegen den Whistleblower Manning nähert sich die Stunde der Wahrheit. Nach den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung könnte das Militärgericht in Fort Meade bei Washington noch am Wochenende ein Urteil fällen. Das Strafmaß wird allerdings erst später verkündet.