Bush seine Kollegen von den Vorteilen des Freihandels überzeugen wollte, wehrten sich sieben Länder, darunter auch Gastgeber Argentinien, bis zuletzt, die schon 1994 beschlossene all-amerikanische Freihandelszone in dem Abschlussdokument auch nur zu erwähnen. In vielen lateinamerikanischen Ländern wird die starke Konkurrenz der Indus trie des großen Bruders im Norden gefürchtet und Washington zugleich vorgeworfen, die Beihilfen für seine Landwirte nicht abbauen zu wollen.
Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Miguel Insulza, sprach von der Gefahr, dass der Gipfel völlig in den Sog dieses Streits geraten könnte. Dabei könne es in Mar del Plata in dieser Sache gar keinen Fortschritt geben, weil die strittigen Themen wie der Abbau von Agrarsubventionen in den USA nicht ohne die EU verhandelt werden könnten. Das eigentliche Motto des Gipfels lautet "Durch die Schaffung von Arbeit die Armut bekämpfen und demokratische Regierungsformen stärken".
Die Teilnehmer eines "Gipfels der Völker" forderten die sofortige Bekämpfung der Armut und sozialen Ausgrenzung. Freihandel nach dem Vorbild der USA werde aber nur zu noch mehr Armut führen, weil kleinere und mittlere Unternehmen der US-Konkurrenz nicht standhalten könnten. Venezuelas linkspopulistischer Präsident Hugo Chávez sagte voraus, dass das Projekt der Freihandelszone in Mar del Plata endgültig zu Grabe getragen werde. Als entscheidend galt, wie sich Brasilien verhalten wird. Bereits 1994 war die Schaffung der Freihandelszone grundsätzlich vereinbart worden und sollte ursprünglich im Januar vollendet sein.
(dpa/roe)