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| 01:38 Uhr

Ambrosia: Keiner will den Schrecken aller Allergiker anfassen - nicht mal für Geld

Die Zeit drängt: Die Blüte der Ambrosia steht kurz bevor. Foto: dpa
Die Zeit drängt: Die Blüte der Ambrosia steht kurz bevor. Foto: dpa FOTO: dpa
Drebkau. Schon der Gedanke an Ambrosia-Pflanzen lässt bei Allergikern die Alarmglocken schrillen. Die Pflanze sorgt für schwere Reaktionen und breitet sich immer mehr aus. Von Angelika Brinkop

Wie die LAUSITZ AM SONNTAG berichtete, sind vor allem in der Großgemeinde Drebkau riesige Flächen damit verseucht. Drebkaus Bürgermeister Dietmar Horke (parteilos) vermutet, dass schon vor Jahren unkontrolliert Saatgut in den Boden gekommen ist und sich rasant vermehrt hat.

Es wird auch gemunkelt, dass in der Region Drebkau zu DDR-Zeiten Ambrosia als Futterpflanze getestet wurde. Bewiesen ist das allerdings nicht.

Kürzlich erhielt die Stadt Fördermittel des Landes, um die Pflanze zurückzudrängen. Acht bis zehn Hilfskräfte wurden als Bedarf beim Amt für Grundsicherung des Spree-Neiße-Kreises angemeldet. Sie sollen die Pflanzen entfernen. Den Job angetreten hat nur eine Person, die stundenweise durch einen Mitarbeiter des Kolkwitzer Naturschutzvereins unterstützt wird. Dabei drängt die Zeit, denn die Blüte der Ambrosia steht kurz bevor. Insgesamt sind in Drebkau 25 Ein-Euro-Jobber im Bereich der Grünpflege eingesetzt.

„Wir müssen uns mit den Trägern der Maßnahmen und dem Landkreis abstimmen, damit einige Leute für die Ambrosia-Bekämpfung abgestellt werden können“, so Horke. Dafür sei in dieser Woche ein Gespräch vereinbart. „Die Auswahl an Arbeitslosen ist im Moment nicht sehr groß und deren Interesse für diese Arbeit begrenzt“ befürchtet der Bürgermeister.

Die Gefahr durch Ambrosia-Pflanzen untersuchen die Cottbuser Ärzte Ulf Gereke und Falk Schneider gemeinsam mit der Laborgemeinschaft Cottbus. Sie betreuen eine Pollenfalle in Drebkau und eine weitere in Cottbus. Bisher wurden nur vereinzelt Pollen festgestellt. Das Problem mit der Ambrosia liege darin, dass die einzelne Pflanze sehr viele Pollen produziere und auf der anderen Seite nur wenige Pollen ausreichten, um eine schwere allergische Reaktion zu provozieren. „Die Pflanzen sollten möglichst vor der Blüte aus dem Boden gerissen werden“, so Ulf Gereke. Er rät zum Tragen von Handschuhen, da auch bereits vor der Blüte Kontaktallergien ausgelöst werden können.

Um das Erkennen der Pflanze an ihren arttypischen Merkmalen zu erleichtern, gibt es jetzt eine App für iPhones. Der Nutzer kann sich mit dem „Ambrosia-Scout“ Fundorte anzeigen lassen und eigene Funde melden, denn die App ist mit dem zentralen Ambrosia-Atlas der FU Berlin verlinkt.

www.fu-berlin.de/ambrosia