Gemessen an 100 000 Einwohnern sind 2012 in Brandenburg 105 Menschen an einem Herzinfarkt gestorben, so viele wie in keinem anderen Bundesland. Das geht aus einem jetzt vorgelegten Bericht der Deutschen Herzstiftung hervor. Sachsen belegt mit einer Quote von 94 den dritten Platz. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 65 Sterbefällen. Bundesweit ist die Sterbequote beim Herzinfarkt insgesamt seit Jahren rückläufig. Ebenfalls seit Jahren besteht aber auch die Häufung von Herzinfarkt-Toten im Osten.

Zur Erforschung der Ursachen dafür hat die sächsische Landesärztekammer 2014 für den Osten des Freistaates mit dem Aufbau eines Herzinfarktregisters begonnen. Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es keinen Anhaltspunkt dafür, dass Mängel im Rettungsdienst Ursache für die Häufung sein könnten.

"Die Wagendichte ist so, dass innerhalb von 15 Minuten ein Fahrzeug eintrifft", sagt Ralf Konopke, Chefarzt der Notaufnahme im Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum. Auch die sächsische Landesärztekammer bestätigt, dass im Freistaat die Einsatzzeiten der Rettungsdienste sehr kurz seien.

Ursachen der höheren Sterbequote seien eher demografische Faktoren und Vorerkrankungen, so Professor Jan Schulze, Präsident der sächsischen Landesärztekammer: "Sachsen hat bundesweit die älteste Bevölkerung und die meisten Diabetiker." Die Deutsche Herzstiftung beobachtet außerdem einen Zusammenhang mit der Versorgungsdichte niedergelassener Kardiologen. Thema des Tages: Seite 3