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| 01:26 Uhr

Am Heiligsten der drei Religionen

Jerusalem. Papst Benedikt XVI. hat am zweiten Tag seines Israelbesuchs heilige Stätten von Judentum, Islam und Christentum besucht. Bei Treffen mit Vertretern der drei Religionen rief er zu Dialog und Versöhnung auf. epd/cd

An der Klagemauer in Jerusalem hinterließ er einen Zettel mit einem Gebet für Frieden im Nahen Osten. Zuvor hatte er den Felsendom auf dem Tempelberg besucht und den Großmufti von Jerusalem, Muhammad Ahmad Hussein, getroffen. Die Christen in Nahost rief er bei einem Besuch im Abendmahlssaal auf, zum Frieden beizutragen. Seine Rede am Vortrag in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem erntete Kritik und Zustimmung.Fortschritte gewürdigt Bei einer Begegnung mit Vertretern des israelischen Großrabbinats äußerte Benedikt den Wunsch, "das gegenseitige Verständnis und die Achtung voreinander zu vertiefen". Er würdigte Fortschritte im Dialog zwischen dem Großrabbinat und dem Vatikan. Dem Treffen waren Irritationen im jüdisch-christlichen Verhältnis nach der Teilrehabilitierung des Holocaust-Leugners Richard Williamson vorausgegangen. Der Papst nannte den Einsatz der katholische Kirche für eine nachhaltige Aussöhnung aufgrund der Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils "unwiderruflich". Bei seinem Besuch im Felsendom sagte das Kirchenoberhaupt, diese heilige Stätte der Muslime sei ein "Ansporn, Missverständnisse und Konflikte der Vergangenheit zu überwinden" und in einen "ehrlichen Dialog zum Aufbau einer Welt der Gerechtigkeit und des Friedens" einzutreten. Im gotischen Jerusalemer Abendmahlssaal sagte Benedikt, der Gegenwart von Christen in der Konfliktregion komme "entscheidende Bedeutung für die gesamte Gesellschaft" zu. Der Saal steht an dem Ort, an dem Jesus das Abschiedsmahl mit seinen Jüngern gefeiert haben soll. Der Besuch des Papstes in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem am Montag stieß auf geteiltes Echo. Der Vorsitzende des Beirats der Gedenkstätte, Rabbi Meir Lau, kritisierte, dass Benedikt in Jad Vaschem die deutschen Nationalsozialisten nicht als Täter genannt habe. Zudem habe er die sechs Millionen jüdischen Opfer nicht ausdrücklich erwähnt. Als halbherzig kritisiertDer Zentralrat der Juden in Deutschland bezeichnete die Botschaft des Papstes als halbherzig "angesichts der noch ausstehenden klaren Distanzierung des Vatikans von der antisemitischen Pius-Bruderschaft. Nach Ansicht der katholischen Deutschen Bischofskonferenz bekräftigte Benedikt XVI. in Jad Vaschem die Verpflichtung zur Erinnerung an den Holocaust. Auch Vatikansprecher Federico Lombardi verteidigte den Papst. Dieser habe bei seiner Ankunft in Tel Aviv ausdrücklich die Schoah und die dabei getöteten sechs Millionen Juden erwähnt. Der israelische Botschafter im Vatikan, Mordechai Lewy, sagte, die Papstrede in Jad Vaschem sollte als religiöse und nicht als politische Botschaft verstanden werden. epd/cd