Auch nach dem Rauswurf von Klinik-Chefin Heidrun Grünewald kehrt am CTK keine Ruhe ein. Nach RUNDSCHAU-Informationen soll es bald einen Wechsel an der Stelle des ärztlichen Direktors geben. Dafür sollen sich mehrere Chefärzte von Brandenburgs größter Klinik (2300 Arbeitnehmer) in einer Empfehlung ausgesprochen haben. Die Chefarztrunde hat gegenüber dem Aufsichtsrat bei solchen Entscheidungen ein Vorschlagsrecht.

Seit Anfang 2011 ist Thomas Erler ärztlicher Direktor am CTK. Vor mehr als zwei Jahren war der angesehene Mediziner und Grünewald-Vertraute von der Chefarztkonferenz des Klinikums noch mit großer Mehrheit für diese Funktion vorgeschlagen worden. Der gebürtige Dresdner ist seit 2003 Chefarzt der Kinder- und Jugendklinik. Für die RUNDSCHAU war Erler gestern telefonisch nicht zu erreichen.

Vor ihm war Werner Bär, Leiter des Institutes für Hygiene und Mikrobiologie, ärztlicher Direktor am Krankenhaus. Laut Insidern soll sein Name nun als möglicher Nachfolger gehandelt werden. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht.

Derzeit ist noch unklar, wie die Leitungsebene des CTK einmal aussehen soll. Fest steht allerdings, dass die Stelle des ärztlichen Direktors hauptamtlich besetzt werden soll. Auch soll es neben einem neuen CTK-Geschäftsführer mittelfristig einen medizinischen Geschäftsführer geben. Im Raum steht auch die Idee, einen dritten Geschäftsführer zu installieren. Nach einer Einigung im Aufsichtrat sollen die Stellen bundesweit ausgeschrieben werden.

Bereits seit Monaten rumort es am CTK. Erster Höhepunkt waren mehrere offene Briefe von Chef-, Ober- und Assistenzärzten. Darin kritisierte die Belegschaft den Führungsstil der Klinikleitung. Der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) hatte daraufhin die Lösung des Konflikts zur Chefsache erklärt. Es folgten mehrere Krisen- und Aufsichtsratstreffen. Anfang September wurde dann die sofortige Freistellung von CTK-Chefin Grünewald bekannt gegeben - und das, obwohl das CTK unter ihrer Leitung schwarze Zahlen schrieb, sie noch einen Vertrag bis 2016 hat. Insider rechnen damit, dass diese Trennung deshalb teuer wird. Der Chef des Aufsichtsrates, der Cottbuser Finanzbürgermeister Holger Kelch (CDU), bestätigte gegenüber der RUNDSCHAU, dass derzeit Gespräche mit den Anwälten von Ex-Chefin Grünewald geführt werden.

Wer welche Aufgaben und in welcher Position am CTK - eine hundertprozentige Tochter der Stadt Cottbus - künftig haben wird, soll unter anderem heute bei einer weiteren Aufsichtsratssitzung besprochen werden.