Um die Strompreiskosten in den Griff zu bekommen, will Bundesumweltminister Peter Altmaier den Ausbau erneuerbarer Energien in geordnetere Bahnen lenken. Ein weiterer unkontrollierbarer Ausbau sei mit Blick auf die Strompreise nicht mehr möglich, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin.

Carl-Ernst Giesting, Vorstandschef des ostdeutschen Regionalversorgers EnviaM, begrüßte dies: "Das hätte man schon eher aufgreifen müssen. Besonders die Abstimmung zwischen Ländern und Bund ist dringend nötig." Zurzeit gebe es in Deutschland nicht eine Energiewende, sondern 17, sagte Giesting der RUNDSCHAU.

Bisher erhalten Betreiber von Windparks und Solaranlagen auf 20 Jahre garantierte Vergütungen, die über den Marktpreisen liegen. Der Förderaufschlag wird per Umlage auf die Verbraucher abgewälzt. Diese Umlage wird 2013 auf ein Rekordniveau ansteigen. Zusammen mit höheren Netznutzungskosten und weiteren Energiewende-Umlagen droht einem Durchschnitts-Haushalt ein Preisanstieg von knapp 100 Euro im Jahr.

Altmaier will nun für den Bau weiterer Windparks feste Quoten einführen. Ähnlich wie bei der Solarenergie, wo die Förderung bei einer installierten Leistung von 52 Gigawatt auslaufen soll, sei dies auch für Wind und Biogasanlagen sinnvoll, betonte er. Ob Quoten oder ein anderes Regelungssystem zur Anwendung kommen, ist für Envia-Chef Giesting nicht entscheidend: "Egal wie diese Steuerung aussehen wird, Ziel muss es sein, diese Stromerzeugung in die Marktfähigkeit und weg von Subventionen zu führen."

Meinung/Politik Seiten 2 & 5