Damit sind nach Spekulationen über seinen Gesundheitszustand und die Folgen seiner Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung in Österreich die Würfel für seine Rückkehr in die Politik gefallen. Seine Entscheidung habe er nach Gesprächen mit seiner Familie, vielen Freunden und ausführlicher Beratung mit seinen Ärzten nach Abschluss des strafrechtlichen Verfahrens getroffen, erklärte der Regierungschef. Solidarität und Anteilnahme hätten ihm in den vergangenen Wochen sehr gut getan und ihn bestärkt. Bei der Landtagswahl geht es für die Thüringer CDU um die Verteidigung ihrer knappen absoluten Mehrheit. Althaus laboriert noch immer an den Folgen des Skiunfalls, bei dem eine Frau tödlich verletzt wurde und er schwere Kopfverletzungen erlitt. Er hält sich in einer Reha-Klinik am Bodensee auf. Nie Zweifel an RückkehrAuch Althaus' Unterschrift unter einer Erklärung, für die Landesliste auch in Abwesenheit zu kandidieren, liegt seit Donnerstag vor, sagte CDU-Landesgeschäftsführer Andreas Minschke. Die CDU hatte nie einen Zweifel daran gelassen, dass Althaus, der seit 2003 Ministerpräsident ist, erneut antritt. Der Landesgeschäftsführer geht nach eigenen Angaben nicht davon aus, dass Althaus bei der Kandidatenkür in gut einer Woche selbst dabei sein kann. "Er ist noch krank." Nach einer Umfrage für den ARD-Deutschlandtrend sind 61 Prozent der Bundesbürger der Meinung, dass Althaus trotz Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung nach seinem Skiunfall erneut als Thüringer Ministerpräsident kandidieren kann. Die CDU-Basis steht laut Minschke hinter Althaus, der im vergangenen November mit 100 Prozent der Stimmen als Parteichef bestätigt worden war. "Der Zusammenhalt ist bemerkenswert." Seine Stellvertreterin in Landesregierung und Partei, Birgit Diezel, wird sich erstmals seit dem Skiunfall vom Neujahrstag mit Althaus in der kommenden Woche treffen. Ein genauer Termin stehe jedoch noch nicht fest, sagte Regierungssprecher Fried Dahmen. Bei dem Treffen, für das Diezel den 50-Jährigen in der Reha-Klinik am Bodensee besucht, geht es auch um die Vorbereitung der Landtagswahl am 30. August. Seit dieser Woche stehe Althaus mit Diezel, anderen Kabinettsmitgliedern und der Staatskanzlei wieder telefonisch in Verbindung, sagte Regierungssprecher Dahmen. "Die Kontakte werden enger." Die Ärzte hatten Geduld und Ruhe für Althaus gefordert, um seine Genesung nicht zu beeinträchtigen. Linke klammern Unfall ausBei der Umfrage für den ARD-Deutschlandtrend sagten 33 Prozent, Althaus solle nach der Verurteilung seine Kandidatur zurückziehen. Das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap hatte im Auftrag der ARD-Tagesthemen am Dienstag und Mittwoch dieser Woche 1057 Bundesbürger telefonisch befragt.Die Linkspartei in Thüringen will den Skiunfall des Ministerpräsidenten und dessen Folgen im Wahlkampf ausklammern. "Es handelt sich um einen tragischen Unfall, der jedem passieren kann", sagte Linken-Spitzenkandidat Bodo Ramelow in einem Zeitungsinterview. Der Unfall und die juristische Bewertung würden für die Linkspartei im Wahlkampf keine Rolle spielen. Ramelow nannte den kurzfristig anberaumten Prozess gegen Althaus erneut einen Fehler. "Es wäre besser gewesen, man hätte seine Genesung abgewartet, und er hätte öffentlich sagen können: Ich kann mich nicht erinnern."