Nach seinen Worten wird Althaus die politische Arbeit in vollem Umfang erst im Frühsommer wieder aufnehmen. Nach Angaben Lieperts ist die Genesung von Althaus in den vergangenen vier Wochen schneller als erwartet vorangeschritten. Althaus sei belastbarer und mehrere Stunden am Tag geistig gefordert. Auch sei seine Analysefähigkeit "klar und präzise". Allerdings sei er noch nicht ausreichend genug belastbar, um in den nächsten Wochen bereits wieder in vollem Umfang tätig zu werden, betonte Liepert vor Journalisten in Allensbach, wo sich Althaus in den vergangenen acht Wochen in Behandlung befand. Auch bei der Aufmerksamkeit gebe es noch Defizite. Die ambulante Rehabilitation in Althaus' Heimatort Heiligenstadt wird nach Angaben der Ärzte noch in dieser Woche beginnen und voraussichtlich bis in den Frühsommer dauern. Der Ministerpräsident wird dabei von einem Allgemeinmediziner, einem Neurologen und einem Neuropsychologen betreut. Althaus sollte darauf achten, dass er in dieser Zeit seine berufliche Belastbarkeit nur "Schritt für Schritt" ausbaut, sagte Liepert. Er hält es für realistisch, dass Althaus Ende April oder Anfang Mai zumindest in begrenztem Umfang seine politische Arbeit wieder aufnehmen kann. Der Arzt rät dem CDU-Politiker davon ab, bereits vor Ostern in den Wahlkampf einzusteigen. Althaus war am Samstag in Abwesenheit zum Spitzenkandidaten der Thüringer CDU für die Landtagwahl am 30. August gewählt worden. Die Christdemokraten wollen bei der Wahl ihre knappe absolute Mehrheit verteidigen. Althaus selbst kündigte in Zeitungsinterviews an, er werde im Wahlkampf "mit dem Unfall offen umgehen". Zugleich appellierte er an die Opposition, den Unfall im Wahlkampf nicht zu thematisieren. Der Spitzenkandidat der Thüringer Linkspartei, Bodo Ramelow, warnte im Fernsehsender N24 angesichts der jüngsten Interview-Äußerungen von Althaus davor, die Tragik des Skiunfalls und den Genesungsprozess zur "daily soap" zu machen. Althaus war am Neujahrstag auf einer Skipiste in Österreich mit einer 41-jährigen Frau zusammengeprallt, die dabei starb. Wegen des Unfalls wurde er von einem österreichischen Gericht wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 33 300 Euro verurteilt; zudem muss er Schmerzensgeld an die Hinterbliebenen zahlen. Die Schadenersatzverhandlungen laufen derzeit noch. AFP/kr