Immer mehr Rentner in Sachsen sind auf die Grundsicherung im Alter angewiesen. Sie ist eine spezielle Form der Sozialhilfe. Von 2013 zu 2014 stieg die Zahl der Bezieher von 10 966 auf 11 089 an. 2003 hatte es nur 6132 Betroffene gegeben.

"Auch in Sachsen ist die Altersarmut weiter auf dem Vormarsch. Es ist bitter, dass Menschen in ihrem Ruhestand nicht von ihrer Rente leben können und zum Sozialfall werden", erklärte die Linke-Politikerin Sabine Zimmermann. Frauen seien wesentlich häufiger betroffen als Männer. Für die Zukunft sei ein weiterer Anstieg zu erwarten.

Häufiger Jobverlust nach der Wende hat die Erwerbsbiografien von Menschen hier immer wieder unterbrochen und große Löcher in ihre Rentenansprüche gerissen. Zimmermann hält es für dringend erforderlich, dass die Bundesregierung das Problem nun einzudämmen versucht: "Um dies zu erreichen, muss unter anderem das Rentenniveau wieder angehoben werden, auf mindestens 53 Prozent", fordert sie. Zudem müssten die Kürzungsfaktoren und die Rente ab 67 abgeschafft werden.

"Um einen Mindeststandard in der gesetzlichen Rente zu garantieren, fordern wir die Einführung einer Solidarischen Mindestrente", sagte die Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik in der Linke- Bundestagsfraktion. Die Linken halten dabei einen Betrag von 1050 Euro netto für angemessen: "Aber auch dem ausufernden Niedriglohnsektor muss ein Riegel vorgeschoben werden. Der Mindestlohn ist nicht ausreichend."

Wer 65 Jahre alt und entsprechend bedürftig ist, kann die Grundsicherung im Alter beim Sozialamt beantragen. Laut Statistik lag 2014 der durchschnittliche Bruttobedarf in Sachsen bei 681 Euro. Von diesem wird die Rente abgezogen. Daraus entsteht der Anspruch auf Grundsicherung. Sie ist also eine Art Auffüllbetrag bis zum Erreichen des Bedarfs. Im Schnitt lag der Anspruch von Empfängern in Sachsen bei 249 Euro.

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Immer mehr Senioren drohen zu verarmen. In Sachsen steigt die Zahl der Rentner, die Grundsicherung im Alter beziehen, kontinuierlich an. 2014 bezogen 11 089 Menschen diese Sonderform der Sozialhilfe. 2003 waren es noch 6132 Betroffene. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Brandenburg. Dort bezogen laut Amt für Statistik im vergangenen Jahr 7715 Menschen über 65 Jahre die Grundsicherung im Alter. In der Region gibt es die meisten Bezieher (519) im Landkreis Dahme-Spreewald. 436 sind es in Cottbus, 327 im Landkreis Spree-Neiße, 280 in Oberspreewald-Lausitz und 252 in Elbe-Elster. 2006 bekamen 6452 Brandenburger die Unterstützung. Anja Brautschek