"Wir hätten nicht gedacht, dass wir so eine hohe Genauigkeit haben", erklärte Projektleiter Gerald Steiner von der Technischen Universität (TU) Dresden.

Zu 95 Prozent lagen die Forscher bisher richtig. Mithilfe der Spektroskopie werden molekulare Struktur im Blut sichtbar gemacht, das bei Vögeln DNA-Informationen enthält. So können bereits am dritten Tag der Bebrütung männliche von weiblichen Küken unterschieden und aussortiert werden. Bisher werden in Deutschland jedes Jahr rund 45 Millionen männliche Küken vergast oder geschreddert, weil sie keine Eier legen und kaum Fleisch ansetzen. Steiner geht davon aus, dass das in Sachsen entwickelte Verfahren spätestens 2020/2021 flächendeckend in Brütereien zum Einsatz kommen kann. Tausende Eier haben die Wissenschaftler in Dresden für ihre Tests verbraucht.

Das Projekt wird mit mehr als einer Million Euro vom Bundeslandwirtschaftsministerium unterstützt. Insgesamt hat das Ministerium Methoden zur Geschlechterbestimmung im Ei mit rund vier Millionen Euro vorangetrieben. Bundesminister Christian Schmidt (CSU) gehe beim Beenden des Kükentötens den Weg der Forschung, um den Geflügelzüchtern eine praxistaugliche Alternative zu bieten, hieß es. Eigentlich wollte Schmidt das Küken-Schreddern bereits 2017 mit einer praxistauglichen Alternative zu beenden.