Die in den USA ansässige Flacks Group hat ihr Interesse am Flugplatz Drewitz trotz Insolvenz offenbar noch immer nicht aufgegeben. Vor wenigen Tagen legte Rechtsanwalt Christian Köhler-Ma im Auftrag von Flacks bei einer Gläubigerversammlung in Cottbus einen Insolvenzplan vor.

Danach war der alte Eigentümer bereit, etwa die Hälfte der anerkannten offenen Forderungen gegen die Flugplatzgesellschaft zu begleichen. Bei mehrheitlicher Zustimmung der Gläubiger hätte dann das Insolvenzverfahren beendet werden können. Die Flacks Group wäre wieder uneingeschränkter Eigentümer geworden.

Doch der Plan scheiterte. Wie Insolvenzverwalter Udo Feeser auf Nachfrage bestätigte, gab es in zwei von drei Gläubiger-Gruppen keine Mehrheit für diesen Vorschlag. Damit werde das im Oktober 2015 eröffnete Insolvenzverfahren planmäßig fortgesetzt, so Feeser. "Wir suchen jetzt wieder einen Käufer für das Gelände", so der Anwalt. Damit geht die ungewisse Zukunft für den ehemals überwiegend in kommunaler Hand befindlichen Flugplatz im Spree-Neiße-Kreis weiter.

Pläne für Logistikzentrum

Im Juni 2014 hatte die Flacks Group das Gelände erworben und angekündigt, dort ein Logistikzentrum zu errichten. Damals sollen sich noch etwa eineinhalb Millionen Euro auf den Firmenkonten befunden haben. Der Spree-Neiße-Kreis, die Stadt Guben, das Amt Peitz und die Gemeinde Schenkendöbern hatten vorher jahrelang Verluste des Regionalflugplatzes getragen und damit mehrere Millionen Euro versenkt.

Doch aus den Plänen des neuen Eigentümers wurde nichts. Statt Baubeginn für das Logistikzentrum kam nach nur einem Jahr im Spätsommer 2015 die Zahlungsunfähigkeit. Eine Insolvenzverwaltung in Eigenregie durch Flacks hatte das Amtsgericht Cottbus abgelehnt. Es setzte Udo Feeser als Verwalter ein.

Kaputte Landebahn

Der hielt bisher den Flugbetrieb "auf niedrigstem Niveau" noch aufrecht. Im Juni endet nach seiner Auskunft die Zulassung für den Flugbetrieb. Die Landebahn gilt als stark sanierungsbedürftig. Die Kosten dafür sollen mehrere Millionen Euro betragen. Vorwürfe von Flacks, der Käufer wäre über den Zustand getäuscht worden, hatte der Spree-Neiße-Kreis zurückgewiesen.

Die Flacks Group hat derweil offenbar noch immer nicht den Gedanken aufgegeben, den Platz wieder in ihre Hand zu bekommen. Rechtsanwalt Christian Köhler-Ma, der die Gruppe vertritt, kündigte neue Überlegungen des bisherigen Eigentümers an, um das Insolvenzverfahren zu beenden.

Flacks erwäge jetzt, alle anerkannten Forderungen der Gläubiger gegen die Flugplatzgesellschaft komplett zu bezahlen, so Köhler-Ma. Er werde von Insolvenzverwalter Feeser eine komplette Auflistung der anerkannten Forderungen erbitten. "Mein Mandant wird dann kurzfristig eine Entscheidung treffen", kündigt er an. Die Summe der offenen Forderungen soll sich auf etwa eine halbe Million Euro belaufen. Zu den mehr als 50 Gläubigern gehören ehemalige Mitarbeiter, Krankenkassen, Geldinstitute und Lieferanten.