Brandenburgs rot-rote Landesregierung will die Zahl der Betten auf Kinderstationen und in der Geburtshilfe deutlich reduzieren. Künftig soll es in den Krankenhäusern des Landes 23 Prozent weniger Betten der Gynäkologie und 19 Prozent weniger Betten der Kinderheilkunde geben.

Dagegen soll die auf die Versorgung alter Menschen zielende Geriatrie deutlich ausgebaut werden, sagte Gesundheitsministerin Anita Tack am gestrigen Freitag in Potsdam. Hier sei eine Steigerung von bis zu 44 Prozent zu erwarten. Grund dafür sei vor allem die demografische Entwicklung in Brandenburg.

Michael Schierack, CDU-Landeschef und Cottbuser Orthopäde, äußerte gegenüber der RUNDSCHAU Verständnis für Tacks Pläne. "Gerade bei den Frühgeborenenstationen brauchen wir eine Konzentration - sonst ist das nicht mehr zu machen", sagte er. Allerdings müsse es unabhängig von den Plänen der Ministerin in jedem einzelnen Krankenhaus Ansprechpartner für Notfälle geben. "Jedes Krankenhaus sollte auch weiterhin darauf vorbereitet sein, dass plötzlich Eltern mit einem kranken Kind in der Tür stehen", forderte Schierack.

Auch dort, wo es künftig nur eine Innere Medizin oder eine Chirurgie gebe, müsse es wenigstens einen Arzt geben, der sich speziell mit Kinderkrankheiten auskenne, kleinere Sachen sofort behandeln und im Notfall eine Überweisung an ein Fachkrankenhaus veranlassen könne. "Wir brauchen auch in der Fläche des Landes kompetente Ärzte, die im Notfallbereich aushelfen können", sagte der Lausitzer.