Im Rahmen der letzten Polizeireform wurde eine dabei überflüssig gewordene Mordkommission in Eberswalde (Barnim) nicht aufgelöst, sondern mit diesem speziellen Auftrag versehen. Die Mordkommission in Cottbus schickte dafür die Akten von 19 unaufgeklärten Mord- oder Vermisstenfällen, hinter denen ein Verbrechen vermutet wird, nach Eberswalde.

Für die Mordermittler in Cottbus sei das eine große Entlastung, so Peter Augustin, Chef der Cottbuser Mordkommission. Die Beamten, die für alle Tötungsverbrechen und Suizide in Südbrandenburg zuständig sind, bekämen jährlich etwa 15 bis 20 neue Fälle auf den Tisch, die Vorrang haben. Um bei den länger zurückliegenden Verbrechen neue Ermittlungsansätze zu finden, sei es jedoch notwendig, sich in umfangreiche Aktenbestände einzulesen. Aktuelle Fälle würden diesen Prozess unterbrechen. "Die zentrale Arbeit an den Alt-Fällen entlastet uns deshalb sehr", so Augustin.

In Sachsen gibt es keine spezielle zentrale Ermittlungsarbeit an Alt-Fällen. Dort beschäftigen sich die regionalen Mordkommissionen neben den aktuellen Ermittlungen damit, bestätigt ein Sprecher der Polizeidirektion Görlitz. Ermittlungserfolge bei lange zurückliegenden Verbrechen gelingen oft durch die Weiterentwicklung von Analysemethoden.

Im April wurde so durch die Untersuchung einer geringen Menge genetischen Spurenmaterials der mutmaßliche Mörder einer jungen Vogtländerin entdeckt. Die damals 18-Jährige war in einem Wald bei Plauen vergewaltigt und getötet worden.

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