Die südirakische Stadt Basra wird für die alliierten Truppen zu einem militärischen Ziel. Dies sagte ein britischer Militärsprecher laut dem US-Fernsehsender CNN. Damit habe es einen Strategiewandel gegeben. Bisher war es die alliierte Absicht, die Millionenstadt zu umgehen und sich nicht in einen Häuserkampf hineinziehen zu lassen.

Anlass für den Wandel sei der andauernde heftige Widerstand aus der Stadt und die Tatsache, dass sich große Teile der lokalen irakischen Truppen ins Innere der Stadt zurückgezogen hätten. Basra war in den vergangenen Tagen bereits bombardiert worden. Das Rote Kreuz befürchtet für Basra eine humanitäre Krise. Die Menschen seien durch den Stromausfall zwei Tage lang komplett von der Wasserversorgung abgeschnitten gewesen. Durch Notmaßnahmen hätten nun etwa 40 Prozent der Bevölkerung Zugang zu Wasservorräten. Über Kriegsgefangene habe das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bislang noch keine Informationen.

Nach einem Bericht des katarischen Fernsehsenders El Dschasira wurde in der südlichen Stadt Basra jetzt ein Wohnviertel von Splitterbomben getroffen. Die Alliierten hätten am Montagabend bereits Streubomben eingesetzt, berichtete der örtliche Korrespondent des Senders. Über Tote oder Verletzte war zunächst nichts bekannt. Im Osten und Westen der Stadt seien immer wieder heftige Detonationen zu hören, berichtete El Dschasira weiter.

Alliierte treffen vor Bagdad auf Elite-Truppen

Die alliierten Bodentruppen sollen laut einem BBC-Reporter, der die Truppen begleitet, bis auf 90 Kilometer auf die Haupstadt vorgerückt sein. US-Kampfflugzeuge werden dabei zunehmend zur Unterstützung der Bodentruppen eingesetzt, hieß es bei CNN. Zuvor hatte die Luftwaffe fast ausschließlich ausgewählte Bodenziele bombardiert. Nach amerikanischen Militärangaben ist die irakische Luftwaffe seit Beginn des Krieges noch nicht eingesetzt worden.

Nach Angaben der BBC standen alliierte Truppen am frühen Dienstagmorgen etwa 90 Kilometer vor der irakischen Hauptstadt Bgadad. Vorrückende alliierte Verbände seien am späten Montagabend aber auf „heftigen“ irakischen Widerstand gestoßen. Die Amerikaner und Briten hätten sich „massive“ Gefechte mit Irakern geliefert.

Nach Augenzeugenberichten erschütterten in den frühen Morgenstunden Dutzende heftige Explosionen den westlichen und südlichen Stadtrand von Bagdad. Riesige Rauchwolken stiegen in den nächtlichen Himmel. Ziel des Bombardements waren nach Ansicht von Beobachtern vor Ort Stellungen der irakischen Armee und Spezialeinheiten außerhalb der Fünf-Millionen-Stadt.

B-52-Langstreckenbomber hätten auch Stellungen der Republikanischen Garde, der Elitetruppe Saddams, ins Visier genommen, berichtete die BBC. Ein irakischer Regierungsbeamter bestritt am Dienstagmorgen den Bericht der BBC.

Auch aus Mosul in Nordirak wurden Bombenangriffe gemeldet. Der arabische Fernsehsender El Dschasira berichtete von Kämpfen zwischen dem Hafen von Subair und Basra.

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