Nach der Landung von Fallschirmjägern im Nordirak bereitete amerikanisches Militär die Ankunft von mehreren Tausend weiteren US-Soldaten zur Eröffnung einer Nordfront vor. Der Nachrichtensender CNN zeigte Bilder von dem nächtlichen Absprung von rund 1000 Luftlandesoldaten in der Nähe der Stadt Arbil. Zuvor hatten alliierte Kampfflugzeuge Stellungen der irakischen Armee in der Nähe unter schweren Beschuss genommen.

Die Iraker haben am Donnerstagmorgen angeblich erneut eine oder zwei Raketen auf kuwaitisches Territorium abgefeuert. Ein ARD-Reporter berichtete von zwei Raketeneinschlägen am Rand von Kuwait-Stadt. Bei CNN hieß es, es habe Luftalarm in Kuwait gegeben. Ein kuwaitischer Militärsprecher habe erklärt, eine "Patriot"-Abwehrrakete habe einen irakischen Flugkörper abgeschossen.Die Alliierten haben am Donnerstagmorgen die irakische Hauptstadt Bagdad erneut aus der Luft angegriffen.Wie der arabische Fernsehsender El Dschasira berichtete, haben die irakischen Behörden diesmal wieder Luftalarm ausgelöst. Am Vortag hatten die Sirenen - möglicherweise wegen einer Behinderung der Radaranlagen durch einen Sandsturm - nicht geheult. Der Sandsturm in der irakischen Hauptstadt hat sich inzwischen gelegt. Der US-Fernsehsender CNN meldete mindestens 30 schwere Explosionen aus Bagdad.

Am Donnerstagmorgen zeigten CNN-Reporter, wie die Fallschirmjäger einen Fluglandeplatz im Nordirak sicherten. Dort sollten in den nächsten Tagen Transportflugzeuge mit weiteren 5000 bis 6000 Soldaten und schwerem Kriegsmaterial landen. Die Eröffnung einer begrenzten Nordfront hatte sich verzögert, nachdem die Türkei den ursprünglich geplanten Einmarsch von über 60 000 US-Soldaten über türkisches Territorium in den Nordirak nicht genehmigt hatte.

Kampfhandlungen um die zweitgrößte irakische Stadt, Basra im Süden des Landes, dauern an. Der britische Generalleutnant Brian Burridge sagte am Donnerstag, gepanzerte irakische Fahrzeuge seien aus Basra ausgebrochen und hätten eine Offensivbewegung gegen die britischen Truppen unternommen. Er vertrat die Ansicht, dass die irakischen Soldaten von besonders regimetreuen Anhängern der Fedajin Saddam zu dem Angriff gezwungen worden seien. Mehrere der Fahrzeuge seien zerstört worden.
Die Versorgungslage in dem von britischen Truppen eingeschlossenen Basra mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern wird laut Informationen von Hilfsorganisationen immer kritischer.

Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) hat klargestellt, dass die Bundesregierung keine Pläne für einen Einsatz von deutschen UN-Blauhelmsoldaten nach dem Ende des Irak-Kriegs hat. "Es gibt keine Überlegungen, die Bundeswehr nach Ende des Krieges im Irak einzusetzen oder Pläne für deutsche Blauhelme in der Zeit nach Saddam Hussein", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

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